Dieses Video thematisiert die Sicht der Menschheit auf die Welt. Wenn aus einem Goldfisch in einem Wasserglas eine Menge Kohlenstoff in H2O wird, so ist dies Szientismus. Sinn wird durch Analyseergebnisse ersetzt. Dadurch wird das ganze der Wirklichkeit auf bestimmte naturwissenschaftliche Zusammenhänge reduziert. In dieser Welt kommen wir als lebende, denkende, fühlende Menschen mit persönlicher Geschichte nicht vor. Auf die Frage, warum brennt eine Kerze, gibt es viele antworten, z B. Sauerstoff verbrennt oder es ist Weihnachten. Beides sind unterschiedliche Beschreibungs- und Sinnebenen. Die Geisteswissenschaften gehen über die Materie der Naturwissenschaften hinaus. Beide Perspektiven sind von Bedeutung zum Verständnis der Welt.
Der Erfolg der Wissenschaften verdanken sie ihrer Methode: der Reduktion. Lässt sich dieser Ansatz auch auf andere Bereiche des Lebens anwenden?
Das Video „Was dem modernen Denken fehlt“ aus der Reihe „Glaube und Gesellschaft“ setzt sich kritisch mit dem modernen wissenschaftlichen Denken auseinander und fragt nach dessen Grenzen. Ausgehend von der Beobachtung, dass in der Moderne vor allem die Naturwissenschaften als Quelle verlässlichen Wissens gelten, wird das Prinzip des Reduktionismus erläutert: Komplexe Phänomene werden auf ihre kleinsten Bestandteile zurückgeführt. Die Gesprächspartner betonen die großen Erfolge dieser Herangehensweise, weisen jedoch zugleich darauf hin, dass menschliche Erfahrungen, ethische Fragen, ästhetische Wahrnehmungen, religiöse Deutungen und zwischenmenschliche Beziehungen nicht vollständig naturwissenschaftlich erklärt werden können. An anschaulichen Beispielen wird verdeutlicht, dass verschiedene Perspektiven auf die Wirklichkeit unterschiedliche, aber gleichermaßen bedeutsame Zugänge eröffnen. Das Video plädiert für ein vielschichtiges Verständnis von Wirklichkeit und hebt die Bedeutung der Geisteswissenschaften sowie der Theologie hervor. Zudem wird die Frage aufgeworfen, wie Menschen ihre eigene Lebendigkeit, Wahrnehmung und Erfahrung verstehen können, ohne sich ausschließlich als Produkt biologischer und physikalischer Prozesse zu betrachten.