RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
germanhistorydocs

germanhistorydocs

Auszug aus Bischof von Galens Predigt 1941

Veröffentlichung:3.8.1941

Die Predigt von Clemens August Graf von Galen mit sieben Seiten vom 13. Juli 1941 gehört zu den bekanntesten kirchlichen Protestreden gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime. Anlass der Predigt waren die Beschlagnahmung kirchlicher Einrichtungen, die Vertreibung von Ordensgemeinschaften sowie die Verfolgung unschuldiger Bürger durch die Gestapo. Von Galen kritisiert öffentlich die Verletzung grundlegender Menschenrechte, die Missachtung rechtsstaatlicher Verfahren und die Willkür staatlicher Macht. Im Zentrum seiner Argumentation steht die Überzeugung, dass Gerechtigkeit das Fundament jedes Staates sein müsse und dass kein Staat dauerhaft bestehen könne, wenn Recht, Freiheit und Menschenwürde missachtet werden. Gleichzeitig versteht von Galen seinen Protest als christliches Zeugnis für Wahrheit, Gewissen und Verantwortung vor Gott.

Products

Für den Religionsunterricht bietet die Predigt vielfältige didaktische und methodische Zugänge. Das Medium eignet sich besonders für die Behandlung der Themen Kirche im Nationalsozialismus, christlicher Widerstand, Gewissen, Menschenwürde, Zivilcourage, Verantwortung des Einzelnen sowie das Verhältnis von Religion und Politik. Lernende können anhand ausgewählter Textpassagen untersuchen, wie von Galen religiöse Überzeugungen zur Kritik staatlichen Unrechts nutzt. Die Predigt ermöglicht eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit der Frage, ob und wann Christinnen und Christen verpflichtet sind, gegen staatliche Entscheidungen Widerstand zu leisten. Methodisch bietet sich eine arbeitsteilige Quellenanalyse an, bei der verschiedene Gruppen zentrale Argumentationslinien herausarbeiten. Ebenso können Lernende die Rede historisch einordnen und mit anderen Formen des Widerstands vergleichen, etwa mit der Weißen Rose oder mit Dietrich Bonhoeffer. Besonders gewinnbringend ist eine Diskussion über die Aktualität der Predigt. Dabei können Fragen nach Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit und dem Mut zum öffentlichen Widerspruch gegen Unrecht in demokratischen Gesellschaften aufgegriffen werden. Auch ein Perspektivwechsel eignet sich für die Unterrichtsgestaltung, indem Lernende die Rolle eines Zeitzeugen, eines katholischen Gläubigen, eines nationalsozialistischen Funktionärs oder eines verfolgten Ordensmitglieds einnehmen und deren Sichtweisen reflektieren. Die Predigt ermöglicht darüber hinaus eine intensive ethische Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld von Gehorsam und Gewissen sowie mit der Frage nach der Verantwortung religiöser Gemeinschaften in politischen Krisenzeiten.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.