RU-digitalRU-digital-logo
Hubertus Holschbach | ru-digitalYouknow

Hubertus Holschbach | ru-digital,

Youknow

Nahostkonflikt in 4 Minuten erklärt

Veröffentlichung:8.8.2014

Dieser handmade Erklärfilm erklärt in 4 Minuten die Entstehung des Nahostkonflikts und warum es bis heute noch nicht gelungen ist, diesen zu beenden. Dabei wird die Geschichte vom Anfang an mit der Erzählung über die Zerstörung des Tempels begonnen. Es wird erklärt dass sowohl die Juden als auch die Palästinenser vertriebene Völker sind und das dadurch der Konflikt noch komplizierter wird, da beide auf ihre Art im Recht sind.

Doch warum gibt es überhaupt einen Konflikt im Nahen Osten? Um das zu verstehen, müssen wir einen Blick zurückwerfen – in das Jahr 70 unserer Zeitrechnung. Die Römer zerstörten damals den Tempel der Juden in Jerusalem. Die Juden wurden vertrieben und über die ganze Welt verstreut – diese Vertreibung nennt man Diaspora. Über Jahrhunderte wurden die Juden in vielen Ländern verfolgt. Gleichzeitig wuchs in ihnen der Wunsch nach einem eigenen Staat – in dem Land, in dem sie früher lebten: Palästina. Doch dort wohnten mittlerweile mehrheitlich Araber – die man heute Palästinenser nennt.

Nach dem ersten Weltkrieg genehmigte Großbritannien, das zu dieser Zeit Palästina verwaltete, die Einwanderung der Juden. Die Situation spitzte sich nach dem Holocaust im zweiten Weltkrieg zu: Hundert-tausende Juden aus aller Welt emigrierten nach Palästina. Die UN beschloss daraufhin die Teilung Palästinas in zwei Staaten: einen für die eingewanderten Juden und einen für die arabischen Einwohner. Die Araber empfanden das als ungerecht. Als am 14. Mai 1948 die britische Verwaltung endete und der Staat Israel ausgerufen wurde, erfüllte sich für die Juden endlich der Traum vom eigenen Staat. Doch die Freu-de war nur kurz: Schon in derselben Nacht griffen die arabischen Nachbarstaaten Israel an. Weil Israel über moderne Waffen und eine hohe Motivation verfügte, ihren Staat zu verteidigen, gewann es diesen Krieg. Israel vergrößerte so sein Territorium. Hunderttausende Palästinenser flüchteten in arabische Nachbarländer, den Gazastreifen und das Westjordanland.

Am Ende dieses Krieges 1949 kam es zu einem Waffenstillstand entlang der sogenannten grünen Linie. Doch in den Folgejahren gab es weitere Kriege – bei denen Israel stets die Oberhand behielt. Nach dem 6-Tage-Krieg 1967 besetzte Israel auch das Westjordanland und den Gazastreifen; die umzäunten jüdischen Siedlungen, die daraufhin dort gebaut wurden, zerstückelten das Territorium der Palästinenser. Zahlreiche, folgende Kriege führten zu Terroranschlägen durch radikale palästinensische Vereinigungen wie die Hamas. Um sich vor Angriffen zu schützen, begann Israel 2003 mit dem Bau einer Sperranlage um das von Palästinensern bewohnte Westjordanland – die jedoch nicht auf der grünen Linie verlief, sondern den Palästinensern weitere Teile ihres Landes wegnahm. 2005 räumte Israel den Gazastreifen, zwei Jahre später ergriff die Hamas dort die Macht. Seither kam es abermals zu Gewaltausbrüchen.

Nach Jahrzehnten der Gewalt im Nahen Osten ist eine friedliche Lösung des Konflikts auch heute leider nicht in Sicht.

Das Video bietet einen kompakten Überblick über die historischen Hintergründe des Nahostkonflikts. Ausgehend von einer aktuellen Gewalteskalation zwischen Israel und der Hamas zeichnet das Video die Entwicklung des Konflikts von der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 über die jüdische Diaspora bis zur Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 nach. Thematisiert werden die Einwanderung jüdischer Menschen nach Palästina, der Teilungsplan der Vereinten Nationen, die Kriege zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten sowie die Flucht und Vertreibung vieler Palästinenser. Darüber hinaus werden die Besetzung von Gebieten nach dem Sechstagekrieg, der Bau israelischer Siedlungen, die Entstehung der Hamas und die anhaltenden Gewaltausbrüche dargestellt. Das Video macht deutlich, dass der Konflikt auf komplexen historischen, politischen, religiösen und territorialen Ursachen beruht und bis heute keine nachhaltige Lösung gefunden wurde.

Products

Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders für Unterrichtseinheiten zu den Themen Frieden, Gerechtigkeit, Religion und Konflikte sowie Judentum, Christentum und Islam. Das Video bietet einen verständlichen Einstieg in einen der bedeutendsten politischen Konflikte der Gegenwart, dessen religiöse Dimension häufig im öffentlichen Diskurs hervorgehoben wird. Zugleich eröffnet es die Möglichkeit, die Komplexität historischer Entwicklungen und unterschiedlicher Perspektiven zu thematisieren. Methodisch empfiehlt sich zunächst die Arbeit mit Zeitleisten, um die historischen Ereignisse zu strukturieren und zeitlich einzuordnen. Anschließend können die Lernenden verschiedene Akteursgruppen und ihre Interessen analysieren. Dabei sollte besonders darauf geachtet werden, die unterschiedlichen Perspektiven israelischer und palästinensischer Menschen sichtbar zu machen und vereinfachende Schuldzuweisungen zu vermeiden. Das Medium eignet sich zudem für die Förderung von Multiperspektivität und historischer Urteilskompetenz. In Gruppenarbeiten können unterschiedliche Narrative untersucht und miteinander verglichen werden. Ebenso bieten sich Kartenanalysen, Quellenarbeit oder Rollenspiele an, in denen die Lernenden die Positionen verschiedener Beteiligter nachvollziehen. Im Religionsunterricht kann darüber hinaus die Frage vertieft werden, welche Rolle Religion im Konflikt spielt und welche Bedeutung Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit in den abrahamitischen Religionen besitzen. Biblische Friedensvisionen, prophetische Texte oder Konzepte der Feindesliebe können dabei als Gegenhorizont zu Gewalt und Eskalation betrachtet werden. Das Medium fördert historisches Lernen, politische Bildung, Friedenserziehung und die Fähigkeit, komplexe Konflikte differenziert zu analysieren.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 7

7G.2 Dem Islam begegnen. Auseinandersetzung und Toleranz.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 6

6.2 Leben mit anderen Religionen: Was die abrahamitischen Religionen verbindet.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Zusammenleben oder zusammen leben

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.