Der Artikel untersucht die Relevanz von Friedrich Schleiermachers Religionspädagogik für zeitgenössischen Religionsunterricht. Schroeter-Wittke nutzt die Metapher des Ballspiels, um für kooperative Religionspädagogik zu werben, bei der es um gegenseitigen Austausch statt um Punkte einer Seite geht. Er analysiert Schleiermachers Verständnis von Religionsunterricht, der aus einem didaktischen und paränetischen Element besteht und ohne Performativität nicht denkbar ist. Zentral ist für Schleiermacher die dialogische Gesprächsform auf Augenhöhe, die den Entstehungsort von Wahrheit darstellt. Der Autor betont, dass Schüler nicht als „tabula rasa" in die Schule kommen, sondern bereits religiöse Vorstellungen mitbringen – sei es aus traditionellen oder modernen Kontexten (DreamWorks, LEGO, Fantasy, Instagram). Schroeter-Wittke plädiert dafür, die Frage umzukehren: nicht „Wie kann Religion inszeniert werden?", sondern „Wie kann bei solchen Religionsvoraussetzungen Lernen inszeniert werden?" Im zweiten Teil entwickelt er den Begriff „Performing Religion" im Unterschied zu „Doing Religion" und betont die Bedeutung von Reflexion als Bestandteil jeder Performance. Er diskutiert die Eigenheit der Institution Schule als „Als-Ob-Institution", in der alle Unterrichtsinhalte Probehandeln darstellen. Abschließend führt er das Konzept der Transdifferenzkompetenz ein, das binäre Kategorien aufbricht und ein „Feld des Dazwischen" schafft. Mit Martina Kumlehn argumentiert er für eine sensible didaktische Inszenierung von Oszillieren und Abweichen, die Menschen zur Metanoia, zum Umdenken und zur Umkehr einlädt. Der Gärtnersche Begriff der perturbierenden Religionspädagogik wird als vielversprechend für diese Richtungsangabe gewertet.