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Eulenfisch

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„Zieh aus Deinem Land…“

Veröffentlichung:1.1.2015

Der Fachartikel von Franz Günther Weyrich mit dem Titel „Bon Voyage – Wenn das Leid ein Gesicht bekommt“ ist im Heft ru heute erschienen und umfasst ca. 4 Seiten. Der Beitrag stellt mehrere Filme über Flucht und Migration vor und zeigt, wie sie im Unterricht eingesetzt werden können, um Lernenden die Realität von Flucht erfahrbar zu machen. Der Artikel behandelt zentrale theologische und ethische Probleme wie Leid, Verantwortung gegenüber Fremden, menschliche Würde, Solidarität und die Frage nach christlicher Nächstenliebe angesichts globaler Fluchtbewegungen.

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Der Artikel stellt verschiedene Filme vor, die das Thema Flucht und Migration aus unterschiedlichen Perspektiven erzählen und sich für den Einsatz im Religionsunterricht eignen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Filme dazu beitragen können, dass Lernende das Leid von Flüchtenden verstehen und über ethische und religiöse Fragen nachdenken.

Der Kurzfilm Bon Voyage des Schweizer Filmemachers Fabio Friedli beginnt mit einfachen Strichzeichnungen. Zunächst wirkt die Darstellung fast humorvoll. Viele gezeichnete Menschen stehen dicht gedrängt auf der Ladefläche eines Lastwagens. Während der Reise sterben immer mehr Menschen oder verschwinden. Die Gruppe wird kleiner, bis schließlich nur noch eine Person übrig bleibt. Am Ende wechselt der Film von der Animation zu einer realen Szene. Ein junger afrikanischer Mann sitzt bei einem Asylgespräch vor Beamten. Dadurch wird deutlich, dass hinter den zuvor gezeigten Zeichnungen reale Menschen und reale Leidensgeschichten stehen. Der Film macht sichtbar, wie leicht das Schicksal von Flüchtenden abstrakt oder banalisiert werden kann. Gleichzeitig regt er dazu an, über die Realität von Flucht und die Verantwortung der Gesellschaft nachzudenken.

Ein weiterer Film ist Bahar in Wonderland von Behrooz Karamizade. Er erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das mit seinem Vater illegal nach Deutschland einreist. Am Bahnhof wird der Vater von der Polizei festgenommen, während das Kind auf der Toilette ist. Das Mädchen sucht ihn in der fremden Stadt. Der Film zeigt die Situation aus der Perspektive des Kindes. Die Umgebung wirkt fremd und verwirrend. Bahar versucht unsichtbar zu werden, indem sie die Augen schließt. Am Ende wird sie von einer Polizistin zu ihrem Vater gebracht. Der Film macht deutlich, wie stark Gefühle von Fremdheit, Angst und Unsicherheit die Erfahrung von Flucht prägen. Gleichzeitig bleibt offen, ob Vater und Tochter in Deutschland bleiben dürfen oder abgeschoben werden.

Der Film Die Piroge von Moussa Touré erzählt von einer Gruppe von Menschen aus Senegal, die mit einem kleinen Fischerboot über den Atlantik nach Europa fliehen wollen. Der Fischer Baye Laye übernimmt widerwillig die Verantwortung für die Reise. Während der Überfahrt kommt es zu Konflikten zwischen den Passagieren. Die Situation auf dem Boot wird immer bedrohlicher. Viele sterben oder werden schwer krank. Die Flüchtenden begegnen sogar einem anderen Boot mit Menschen in Not, können ihnen aber nicht helfen. Schließlich überlebt nur eine kleine Gruppe. Der Film zeigt eindrücklich die Risiken und Hoffnungen, die mit solchen Fluchtversuchen verbunden sind. Gleichzeitig stellt er ethische Fragen nach Verantwortung, Solidarität und dem Wert menschlichen Lebens.

Der Film Le Havre von Aki Kaurismäki erzählt eine andere Art von Fluchtgeschichte. In der französischen Hafenstadt versteckt ein Schuhputzer einen afrikanischen Flüchtlingsjungen vor der Polizei. Die Menschen in seinem Viertel helfen ihm dabei. Der Film hat eine märchenhafte Atmosphäre. Viele Figuren handeln solidarisch und helfen selbstverständlich. Am Ende gelingt dem Jungen die Weiterreise zu seiner Mutter nach London und auch die kranke Ehefrau des Schuhputzers wird gesund. Der Film entwirft damit eine utopische Vision einer solidarischen Gesellschaft. Er zeigt, wie Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit eine andere Welt möglich machen könnten.

Insgesamt zeigt der Artikel, dass Filme einen besonderen Zugang zum Thema Flucht eröffnen können. Sie machen persönliche Geschichten sichtbar und helfen Lernenden, sich emotional und moralisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gleichzeitig eröffnen sie theologische Perspektiven auf Fragen von Leid, Verantwortung und Nächstenliebe. Besonders die Botschaft der Bergpredigt wird als Maßstab für menschliches Handeln hervorgehoben. Filme können dadurch Impulse geben, über Gerechtigkeit, Mitgefühl und christliche Verantwortung in einer globalisierten Welt nachzudenken.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 1. Grundzüge christlicher Moral im Kontext philosophischer Ethik.

12.2 / 1. Grundzüge christlicher Moral im Kontext philosophischer Ethik.

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