Der Artikel beschreibt verschiedene Projekte, die das Leben und das Glaubenszeugnis des Pallottinerpaters Richard Henkes vermitteln. Im Mittelpunkt stehen ein Theaterstück sowie eine interaktive Ausstellung, die Menschen dazu anregen sollen, sich mit den Fragen des eigenen Glaubens und der persönlichen Verantwortung auseinanderzusetzen.
Das Theaterstück „Abgerungen“ erzählt die Lebensgeschichte von Richard Henkes aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Ein junger Mann mit rebellischem Auftreten beschäftigt sich mit der Aufgabe, ein Theaterstück über den Priester zu schreiben. Zunächst nimmt er den Auftrag eher aus finanziellen Gründen an. Im Laufe seiner Auseinandersetzung mit Henkes verändert sich jedoch seine Haltung. Er entdeckt einen Menschen, der aus seinem Glauben heraus bereit war, der nationalsozialistischen Ideologie zu widersprechen und öffentlich gegen das Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten zu predigen. Henkes bezeichnete dieses Programm als Mord an wehrlosen Menschen und stellte sich damit bewusst gegen die Machthaber. Diese Haltung führte schließlich zu seiner Verhaftung und zu seiner Deportation in das Konzentrationslager Dachau.
Im Theaterstück wird besonders hervorgehoben, dass Henkes sich nicht leichtfertig für diesen Weg entschied. Sein Handeln war das Ergebnis eines inneren Ringens und einer bewussten Entscheidung für Gott. Sein Glaubensvertrauen gab ihm die Kraft, auch unter lebensbedrohlichen Umständen seiner Überzeugung treu zu bleiben. Im Konzentrationslager entschied er sich schließlich freiwillig, in eine Typhusbaracke zu gehen, um dort kranken Mithäftlingen beizustehen. Dabei infizierte er sich selbst und starb im Jahr 1945.
Das Theaterstück führt die Zuschauer zu der Frage, wie sie selbst in einer vergleichbaren Situation handeln würden. Themen wie Wahrheit, Gewissensfreiheit, der Umgang mit Kranken und Schwachen sowie das Eintreten für Gerechtigkeit werden dadurch auch für die Gegenwart relevant. Gerade in einer Zeit von Fake News und gesellschaftlichen Konflikten stellt sich die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen neu.
Neben dem Theaterstück wird im Artikel auch die interaktive Ausstellung „MEHR – LEBEN – ENTDECKEN“ vorgestellt. Diese Ausstellung richtet sich an Menschen unterschiedlichen Alters und lädt dazu ein, über zentrale Lebensfragen nachzudenken. Die Besucher bewegen sich durch verschiedene Stationen, die Impulse zum Nachdenken über das eigene Leben, über Beziehungen und über den Glauben geben.
Viele Besucher erleben dabei, dass die Ausstellung sie persönlich anspricht. Einige entdecken neue Zugänge zum Glauben, andere werden sich ihrer eigenen Lebensfragen bewusster. Besonders eindrücklich ist eine Station, die den Gedanken vermittelt, dass Gott an jeden Menschen glaubt. Diese Erfahrung kann das Selbstvertrauen stärken und neue Perspektiven eröffnen.
Eine andere Station thematisiert zwischenmenschliche Konflikte und die Schwierigkeit, Verletzungen loszulassen. Dadurch wird deutlich, dass Glauben nicht nur eine theoretische Überzeugung ist, sondern konkrete Auswirkungen auf das tägliche Leben hat. Die Ausstellung endet mit einer symbolischen Erfahrung in einem dunklen Zelt, in dem die Besucher einem roten Faden folgen. Diese Erfahrung verdeutlicht die Bedeutung von Vertrauen und stellt die Frage, was den Menschen Halt gibt, wenn Orientierung verloren geht.
Der Artikel zeigt auch, dass besonders viele Lernende die Ausstellung besuchen. Für sie wird der Glaube nicht nur als historische Tradition dargestellt, sondern als eine Frage, die ihr eigenes Leben betrifft. Dadurch entsteht ein Raum für Gespräche über persönliche Überzeugungen, Zweifel und Hoffnungen.
Ein weiteres Element des Gesamtkonzeptes ist eine Themenausgabe der Zeitschrift „Das Zeichen“ mit dem Titel „Mit allen Konsequenzen“. Dieses Heft vertieft die Lebensgeschichte von Richard Henkes und enthält Materialien zur Arbeit in Gruppen und Gemeinden.
Insgesamt verfolgt das Projekt das Ziel, das Evangelium und das christliche Zeugnis auf eine neue Weise zugänglich zu machen. Theater, Ausstellung und Begleitmaterialien ermöglichen unterschiedliche Zugänge zum Glauben und fördern Gespräche über persönliche Lebensfragen. Das Beispiel von Richard Henkes wird dabei als Brücke genutzt, um Menschen auch heute für die Botschaft des Evangeliums zu sensibilisieren und zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben anzuregen.