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Trinität? Der eine Gott – dreifaltig

Veröffentlichung:1.1.2020

Der Fachartikel „Der eine Gott – dreifaltig“ von Hans Kessler ist im Heft ru-heute erschienen und umfasst ca. 7 Seiten. Der Artikel behandelt das theologische Problem der Trinität, also die Frage, wie der christliche Glaube an den einen Gott mit der Rede von Vater, Sohn und Heiligem Geist zusammen gedacht werden kann. Dabei wird erklärt, wie sich aus den biblischen Erfahrungen mit Jesus Christus und den Geisterfahrungen der frühen Gemeinden die Lehre vom dreieinigen Gott entwickelt hat und wie diese Lehre im Dialog mit Judentum und Islam verstanden werden kann.

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Der Artikel geht der Frage nach, wie der christliche Glaube an den dreieinigen Gott entstanden ist und wie er mit dem Bekenntnis zu einem einzigen Gott vereinbar bleibt. Juden, Christen und Muslime glauben an den einen Gott. Dennoch wird Christen häufig vorgeworfen, sie hätten mit der Trinitätslehre die Einheit Gottes aufgegeben. Der Autor zeigt, dass dies nicht zutrifft. Die Rede von Vater, Sohn und Heiligem Geist bedeutet keine Addition mehrerer Götter, sondern eine Deutung der Erfahrung, wie der eine Gott Menschen begegnet.

Die Bibel selbst kennt den Begriff Trinität noch nicht. Im Neuen Testament finden sich jedoch dreigliedrige Formeln, etwa in Segensformeln oder in der Taufformel. Diese Formeln entstanden aus den Erfahrungen der ersten christlichen Gemeinden mit Gott, mit Jesus Christus und mit dem Geist Gottes. Sie versuchten damit auszudrücken, wie der eine Gott in verschiedenen Weisen erfahrbar wird.

Jesus selbst verkündete nicht sich selbst, sondern Gott. Er bezeichnete Gott häufig als Vater und lebte in einer besonderen Beziehung zu ihm. In seinem Handeln zeigte er Gott als reine Güte und Barmherzigkeit für alle Menschen. Nach seinem Tod deuteten die Jünger ihre Ostererfahrung so, dass Gott Jesus auferweckt und erhöht hat. Dadurch wurde die besondere Beziehung Jesu zu Gott als Sohnschaft verstanden. Gleichzeitig erfuhren die Gemeinden den Geist Gottes als Kraft, die sie erfüllt und ihr Leben prägt.

Diese Erfahrungen mussten mit dem Glauben an den einen Gott zusammen gedacht werden. Daraus entwickelte sich die Vorstellung, dass der eine Gott sich in drei Weisen mitteilt. Gott ist der Ursprung allen Seins, der Vater. Gott teilt sich selbst mit in Jesus Christus, dem Sohn. Gott ist zugleich gegenwärtig und wirksam im Heiligen Geist, der Menschen innerlich bewegt und verbindet. Trinität bedeutet daher vor allem drei Weisen der Selbsterschließung des einen Gottes.

Im Vergleich mit Judentum und Islam zeigt sich, dass auch dort zwischen dem verborgenen Gott und seiner Offenbarung unterschieden wird. Dennoch lehnen diese Religionen eine reale Unterscheidung innerhalb Gottes ab, weil sie die absolute Einheit Gottes schützen wollen. Das Christentum dagegen sieht sich durch die Erfahrung der Selbstmitteilung Gottes in Jesus und im Geist dazu gezwungen, Gott als wesenhaft dialogisch zu denken.

Der Autor erklärt, dass Gott deshalb nicht als einsames Wesen verstanden werden kann. Wenn Gott Liebe ist, dann gehört Beziehung zu seinem Wesen. Die Trinitätslehre versucht auszudrücken, dass Gott selbst Beziehung, Dialog und Liebe ist. Gleichzeitig bleibt Gott ein Geheimnis, das menschliche Begriffe nur unzureichend beschreiben können.

Begriffe wie Vater, Sohn und Geist oder auch die Zahlen eins und drei sind daher nur Bilder und Analogien. Sie dürfen nicht als mathematische Zahlen oder als drei voneinander getrennte Personen verstanden werden. Vielmehr weisen sie darauf hin, dass Gott zugleich einzigartig und beziehungsreich ist. Auch die Rede von Personen soll nicht drei getrennte Individuen meinen, sondern Beziehungen innerhalb des einen Gottes.

Der Artikel betont außerdem, dass alle menschlichen Bilder über Gott begrenzt sind. Sie sollen helfen, sich dem Geheimnis Gottes zu nähern, dürfen aber nicht wörtlich genommen werden. Verschiedene theologische Modelle versuchen dieses Geheimnis zu beschreiben, etwa Modelle, die Gott als ein Subjekt verstehen, oder solche, die Gott als Gemeinschaft beschreiben. Beide Perspektiven sind jedoch nur Annäherungen.

Am Ende fasst der Autor den trinitarischen Glauben so zusammen: Der eine Gott ist der Ursprung über uns und um uns, er ist in Jesus Christus neben und mit uns, und er wirkt im Heiligen Geist in uns. In dieser dreifachen Weise begegnet der eine Gott den Menschen.

Hessen

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Sekundarstufe II | Q2 Gott – verborgen und offenbar

Q2.2 Der drei-einige Gott – das spezifisch christliche Gottesverständnis.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 7. Allgemeine Gottesidee, philosophischer Gottesbegriff und personales Gottesbild.

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