Ein weiterer Abschnitt widmet sich dem Bilderverbot: „Du sollst dir kein Bildnis machen.“ Der Text erläutert, dass sich dieses Verbot nicht grundsätzlich gegen Bilder richtet, sondern gegen Götzenbilder, die Gott ersetzen oder manipulativ vereinnahmen. Bilder prägen Wahrnehmung und können Menschen beeinflussen; deshalb sind Gottesbilder immer nur momenthafte und begrenzte Perspektiven, die nicht absolut gesetzt werden dürfen. Glaube ist ein dynamischer Prozess, und ein festgeschriebenes Gottesbild würde ihn einfrieren. Für den Unterricht eignet sich dieser Themenbereich besonders, um über Medienkompetenz, Projektionen und den kritischen Umgang mit religiösen und kulturellen Bildern ins Gespräch zu kommen.
Auch die Dreieinigkeit – Vater, Sohn und Heiliger Geist – wird im Heft ausführlich behandelt. Der Artikel zeigt, dass Christen an den einen Gott glauben, der sich in drei Personen beziehungsorientiert zeigt. Die Dreieinigkeit wird biblisch fundiert, etwa durch den Taufauftrag in Matthäus 28,19. Veranschaulichungen wie Wasser, Dreiklang oder die Struktur der Zeit helfen beim Verständnis des Geheimnisses, ohne es aufzulösen. Im Zentrum steht: Gott ist Liebe, und Gott ist in sich selbst Beziehung. Für den Unterricht bietet dieses Thema gute Anknüpfungspunkte für Christologie, Trinitätslehre und ein reflektiertes Nachdenken über Gottes Wesen.
Die Frage, ob alle Religionen an denselben Gott glauben, wird differenziert diskutiert. Verschiedene Religionen sprechen von unterschiedlichen Gottesvorstellungen – etwa Jahwe, Allah oder Brahman. Das bekannte Elefantengleichnis, das nahelegt, alle Religionen würden nur verschiedene Teile desselben Gottes erkennen, wird kritisch betrachtet. Der christliche Glaube betont hingegen, dass Gott sich sichtbar und verbindlich in Jesus Christus offenbart. Echter interreligiöser Dialog bedeutet daher nicht, Unterschiede zu verwischen, sondern sie in Respekt wahrzunehmen. Dieses Thema eignet sich gut für Unterrichtseinheiten zu religiösem Pluralismus, Dialog und Toleranz.
Die Gottesbilder der Mystik werden als besonders vielfältig beschrieben: Sie können stürmisch sein – als Aufbruch, Reinigung und Umsturz fester Vorstellungen –, aber auch still, wenn Gottesbegegnung im Schweigen erfahren wird. Mystische Gottesbilder sind oft kreativ und paradox, wie Begriffe à la „Fernnaher“ oder „stilles Geschrei“ zeigen. Beispiele aus der christlichen Tradition – Mechthild von Magdeburg, Meister Eckhart, Marguerite Porete und Dorothee Sölle – verdeutlichen diese Tiefe. Für den Unterricht eignet sich das Thema gut zur Einführung in poetische Gottesbilder, mystische Sprache und persönliche religiöse Erfahrung.
Ein weiterer Beitrag beleuchtet Gottesbilder in der modernen christlichen Jugendkultur, insbesondere in der sogenannten „Generation Lobpreis“. Eine Studie zeigt, dass Jugendliche heute überwiegend ein sehr positives, liebevolles Gottesbild haben: Gott erscheint ihnen als Quelle von Liebe, Geborgenheit und Treue. Dieses Bild wird stark durch Lobpreismusik geprägt, in der Gott häufig als „König“, „Vater“ oder „Freund“ angesprochen wird. Herausfordernde oder ambivalente Gottesbilder treten seltener auf. Für den Unterricht lassen sich daraus spannende Zugänge zur Jugendfrömmigkeit, zu Worship-Kultur und persönlicher religiöser Praxis entwickeln.
Ein religionspädagogisches Praxisbeispiel liefert schließlich der Bericht über die „Bibelforscher“ im Kindergarten. Hier wird gezeigt, wie Kinder eigenständig Gottesbilder entwickeln, biblische Geschichten kreativ erschließen und ihre Vorstellungen ausdrücken – etwa in Bildern wie „Gott wohnt in der Wolke mit Jesus“. Dieses Beispiel eignet sich als Inspiration für Methoden in der Grundschule oder Kita, die Kinder ernst nehmen und ihre religiöse Ausdrucksfähigkeit fördern.
Übergreifend macht das Heft deutlich, dass Gottesbilder begrenzt, vielfältig und kulturell geprägt sind. Der Glaube lebt davon, diese Bilder zu reflektieren, zu hinterfragen und immer wieder zu erweitern oder zu überwinden. Jesus Christus bildet dabei den zentralen Schlüssel für das christliche Verständnis von Gott. Gleichzeitig zeigt das Material, dass Mystik, Bibel, Theologie, Kinder und Jugendliche jeweils eigene Zugänge zu Gott entwickeln – und dass darin ein wertvoller Reichtum liegt.