RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Eulenfisch

Eulenfisch

Provokant, profan und doch sakral

Veröffentlichung:1.1.2022

Der Fachartikel „Warum Voltaire Gott erfinden wollte, gäbe es ihn nicht schon“ von Eckhard Nordhofen ist im Heft ru-heute erschienen und umfasst etwa zwei Seiten. Der Text erläutert die politische und religionsgeschichtliche Bedeutung des biblischen Monotheismus. Im Zentrum steht die Idee, dass der Glaube an einen einzigen Gott weltliche Macht begrenzt und damit eine Grundlage für Gewaltenteilung schaffen kann.

Der Artikel behandelt zentrale theologische Probleme wie das Verhältnis von Religion und politischer Macht, die prophetische Kritik an Herrschern, die Trennung von religiöser und politischer Autorität sowie die Frage nach dem aufklärerischen Potential des biblischen Monotheismus.

restricted content

Nach Registrierung auf www.eulenfischplus.de erhält man kostenlosen Zugriff auf die Inhalte.

Products

Der Artikel beschäftigt sich mit der bekannten Aussage Voltaires, dass man Gott erfinden müsste, wenn es ihn nicht schon gäbe. Diese Formulierung wird als Ausdruck einer politischen und religiösen Einsicht verstanden. Voltaire betrachtete die Idee Gottes als eine notwendige Instanz, die weltliche Macht begrenzen kann. Wenn über dem Herrscher eine höhere Autorität steht, wird absolute Macht relativiert. Diese Vorstellung steht in enger Verbindung mit dem monotheistischen Gottesbild der Bibel.

Der biblische Monotheismus stellt einen entscheidenden religionsgeschichtlichen Bruch dar. Im Gegensatz zu vielen polytheistischen Religionen ist Gott hier kein Teil des Kosmos, sondern sein Schöpfer und Gegenüber. Diese Vorstellung eröffnet die Möglichkeit, weltliche Macht kritisch zu hinterfragen. Propheten treten als Sprecher Gottes auf und können Könige und Herrscher kritisieren. Dadurch entsteht eine religiöse Grundlage für Machtbegrenzung.

Der Artikel betont, dass dieses kritische Potential des Monotheismus nicht immer genutzt wurde. In der Geschichte des Christentums kam es häufig vor, dass politische Herrscher Religion zur Legitimation ihrer Macht nutzten. Besonders im Mittelalter und in der Zeit des Absolutismus beriefen sich Könige auf das Gottesgnadentum und deuteten ihren eigenen Willen als göttlichen Willen. Dadurch wurde Religion zu einem Instrument der Machtsicherung.

Die ursprüngliche biblische Tradition zeigt jedoch ein anderes Bild. Schon im Alten Testament treten Propheten gegen Könige auf und kritisieren ihr Verhalten im Namen Gottes. Diese Situation war in der antiken Welt außergewöhnlich. In vielen Kulturen wurden Herrscher selbst als göttlich angesehen oder als direkte Nachkommen von Göttern verehrt. Die Möglichkeit, Herrscher öffentlich im Namen einer höheren Instanz zu kritisieren, war daher eine neue und radikale Idee.

Der Artikel verweist darauf, dass Macht dazu neigt, sich immer stärker zu konzentrieren. Ohne Gegenkräfte entsteht leicht eine Alleinherrschaft. Deshalb ist die Idee der Gewaltenteilung besonders wichtig. Der biblische Monotheismus enthält bereits den Keim einer solchen Machtbegrenzung, weil Gott als höchste Instanz über allen politischen Autoritäten steht.

Auch die Gestalt Jesu wird in diesem Zusammenhang interpretiert. Jesus lehnt eine politische Herrschaft ab, obwohl Menschen ihn zum König machen wollen. Sein Königtum ist nicht politisch, sondern geistlich. Diese Haltung wird in mehreren Evangelienstellen deutlich. Besonders bekannt ist die Aussage Jesu, man solle dem Kaiser geben, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört. Damit wird eine klare Unterscheidung zwischen religiöser und politischer Sphäre formuliert.

Der Artikel deutet diese Haltung als wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Gewaltenteilung. Die Botschaft Jesu stellt politische Macht nicht in den Mittelpunkt, sondern relativiert sie im Blick auf Gottes Herrschaft. Damit entsteht eine Spannung zwischen Religion und politischer Macht, die eine kritische Haltung gegenüber absoluter Herrschaft ermöglicht.

Abschließend betont der Text, dass dieses Potential des Monotheismus in der Geschichte lange Zeit nur teilweise genutzt wurde. Erst in der Neuzeit und besonders in demokratischen Gesellschaften wurde die Idee einer Trennung von religiöser und politischer Macht stärker umgesetzt. Dennoch bleibt der biblische Monotheismus eine wichtige Grundlage für die kritische Begrenzung von Macht und für die Entwicklung politischer Freiheit.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q2 Gott – verborgen und offenbar

Q2.2 Der drei-einige Gott – das spezifisch christliche Gottesverständnis.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 7. Jesus Christus - wahrer Gott und wahrer Mensch.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.