Der Artikel beginnt mit einer Unterrichtsszene, in der eine Lehrerin durch das laute Vorlesen biblischer Texte eine chaotische und ablehnende Situation im Klassenraum verändert. An diesem Beispiel zeigt der Autor, dass Worte nicht nur etwas beschreiben, sondern Wirklichkeit verändern können. Genau von dieser verändernden Kraft des Wortes her eröffnet er den Zugang zur Sakramententheologie. Sakramente sind für ihn nicht bloß religiöse Symbole, sondern Zeichen, in denen Gottes Wort wirksam wird und Menschen verwandelt.
Im Zentrum des Artikels steht die These, dass Sakramente nur vom Geheimnis des Glaubens her verstanden werden können. Mit Geheimnis ist dabei nicht etwas Rätselhaftes oder Unlogisches gemeint, sondern die Wirklichkeit Gottes, die sich dem Menschen nicht aus eigener Vernunft vollständig erschließt, sondern nur durch Offenbarung und im Glauben erkannt werden kann. Gott bleibt zwar unbegreiflich, hat sich aber in Jesus Christus selbst mitgeteilt. In Christus spricht Gott sein eigenes Wort in menschlicher Weise aus. Deshalb ist Jesus Christus das Ursakrament, also die ursprüngliche und dichteste Selbstmitteilung Gottes.
Von hier aus erklärt der Autor das Verhältnis von Christus, Kirche und Sakramenten. Die Kirche ist das Grundsakrament, weil sie vom Wort Gottes lebt, es bezeugt und weitergibt. In ihr werden die Sakramente gefeiert. Diese Sakramente sind Zeichen des Glaubens, weil sie die gläubige Annahme des Wortes Gottes ausdrücken und zugleich bewirken. Sie sind nicht bloße Hinweise auf etwas Abwesendes, sondern wirksame Zeichen der Gnade. Das bedeutet, dass sie das, was sie bezeichnen, auch wirklich mitteilen. Darum spricht die Theologie von Realsymbolen.
Besonders wichtig ist dem Autor die Klarstellung, dass die Wirksamkeit der Sakramente nicht magisch verstanden werden darf. Sakramente wirken nicht wegen der persönlichen Heiligkeit des Spenders, sondern weil Christus selbst in ihnen handelt. Ihre Wirkung hängt aber auf Seiten der Empfangenden davon ab, ob diese sich dem Glauben und der Gnade öffnen. Sakramente setzen also Glauben voraus, sind aber zugleich Stärkung und Ausdruck dieses Glaubens.
Anschließend beschreibt der Artikel die besonderen Akzente der einzelnen Sakramente. Die Taufe steht für die Neuschöpfung des Menschen in Christus. Die Eucharistie macht deutlich, dass christliches Leben ohne die Hingabe Christi nicht möglich ist. Das Bußsakrament bezeugt die konkrete Vergebung persönlicher Schuld. Das Weihesakrament unterstreicht, dass Glaube aus dem Hören auf das Wort Gottes kommt und dass das kirchliche Amt dieses Wort in der Gemeinde repräsentiert. Die Firmung verweist auf die Sendung und Bestärkung im Glauben. Die Ehe zeigt die verwandelnde Kraft der Liebe Christi in der Beziehung zwischen Mann und Frau. Die Krankensalbung macht Gottes rettende Nähe in menschlicher Schwäche und Krankheit erfahrbar.
Zum Schluss betont der Autor, dass Sakramente Feiern der Kirche sind. In ihnen wird das Wort Gottes nicht nur erinnert, sondern gegenwärtig und wirksam. Sie bringen Menschen neu in Form und machen sie zu neuen Menschen in Christus. Dadurch eröffnen sie Hoffnung, Freude und eine vom Glauben getragene Lebensgestaltung. Der Artikel versteht Sakramente insgesamt als feierliche und wirksame Ausdrucksformen der Selbstmitteilung Gottes, die Menschen verwandeln und in die Gemeinschaft mit Gott hineinnehmen.