Pemsel-Maier eröffnet den Artikel mit einer erkenntnistheoretischen Grundklärung: Die Auferweckung Jesu ist mit den Mitteln historischer Erkenntnis nicht fassbar und empirisch nicht verifizierbar. Sie bewegt sich auf einer anderen Wirklichkeitsebene als historische Fakten und ist selbst Gegenstand des Glaubens, nicht Beweis für ihn. Aufklärungszeitliche Betrugs-, Scheintod- und Psychologisierungshypothesen werden als kategorial verfehlt zurückgewiesen, da sie die Auferweckung auf innerweltlich-naturalistische Erklärungsmuster reduzieren.Im empirischen Teil werden Befunde aus Kinder- und Jugendtheologie referiert. Kinder zeigen nach Butt (2009) ein starkes Interesse und eine grundsätzliche Offenheit für das Thema, ringen jedoch mit der Spannung zwischen biblischem Zeugnis und Naturgesetz. Sie greifen zu Vergleichen aus Fantasy und Alltagswelt, um das Phänomen zu erschließen. Jugendliche hingegen nähern sich dem Thema nach Troi-Boeck (2023) und Ziegler (2006) primär historisch-szientistisch: Da die Auferstehung als historisches Datum nicht fassbar ist, gilt sie ihnen zunächst als „unlogisch". Dennoch finden sich auch bei Jugendlichen christologisch-theologische Deutungen, synkretistische Zusammenzüge mit Reinkarnationsvorstellungen sowie Anknüpfungen an Motive aus Film, Literatur und Medienwelt.Die fachwissenschaftliche Erschließung gliedert sich in Exegese, systematische Theologie und Bekenntnishermeneutik. Pemsel-Maier analysiert die neutestamentlichen Auferweckungszeugnisse: Die ältesten Belege sind Eulogien (Röm 10,9; 1Kor 15,3-5), denen die Grabes- und Erscheinungserzählungen der Evangelien folgen. Diese sind keine historischen Berichte, sondern theologisch gestaltete Erzählungen mit legendarischen Zügen. Die vier Evangelien unterscheiden sich erheblich in Ort, Dramaturgie und Adressaten der Erscheinungen; gemeinsam bezeugen sie die Identität des Auferstandenen mit dem Gekreuzigten sowie den Sendungsauftrag an die Zeuginnen und Zeugen. Theologisch bestimmt Pemsel-Maier die Auferweckung als alleinige Machttat Gottes – die passivische Formulierung „auferweckt werden" unterstreicht, dass nicht Jesus aus eigener Kraft handelt, sondern Gott selbst. Christologisch bestätigt sie Jesu Anspruch; eschatologisch stellt sie als „Erster der Entschlafenen" (1Kor 15,20) die Vorwegnahme der allgemeinen Totenauferstehung dar. Als Grundlagen des Auferstehungsglaubens werden das leere Grab – dessen Historizität offenbleiben kann, da es nicht konstitutiv für den Osterglauben ist –, die Erscheinungen sowie der radikale Wandel der Jüngerschaft nach dem Kreuzestod diskutiert. Abschnitte zu den Bekenntnisartikeln „am dritten Tag" und „aufgefahren in den Himmel" entfalten deren bildlich-metaphorischen Charakter: Der dritte Tag steht alttestamentlich für die rettende Wende Gottes in aussichtsloser Lage; Himmelfahrt und Auferweckung sind nicht zwei getrennte Etappen, sondern verschiedene Aspekte desselben Heilsgeschehens.Didaktisch betont Pemsel-Maier, dass ein Verständnis der Auferstehung eine rudimentäre Christologie voraussetzt – nicht umgekehrt. Sie kritisiert die verbreitete Praxis, Auferstehung bereits in der Primarstufe zu thematisieren, Christologie jedoch erst in der Sekundarstufe anzusetzen. Als methodische Zugänge empfiehlt sie neben Erscheinungserzählungen – insbesondere der Emmausperikope (Lk 24,13-34) – die komparative Arbeit mit Auferstehungsbildern aus verschiedenen Epochen sowie ästhetische und ganzheitliche Zugänge durch Musik, Literatur, Tanz und Pantomime. Abschließend plädiert sie dafür, die Auferweckung Jesu stärker in ihrer eschatologischen Relevanz zu erschließen und sie curricular ggf. vom Ostertermin zu lösen und in größere Sequenzen zu Tod, Leben und Hoffnung einzubinden.