Als letztes Kapitel vor der Zusammenfassung, möchte ich die Auferstehung zum Thema nehmen. Sie ist wichtig, um das Christenum als Bewegung überhaupt erklären zu können. Die liberale Theologie hat viele Theorien in die Welt gesetzt: von den Betrugsthesen der enttäuschten Jünger, die nicht an den Arbeitsplatz zurückkehren wollten bis zu einer „spirituellen Deutung“ der Auferstehung. Erst später durch Mythenbildung habe man diese geistige Auferstehung durch eine leibliche ersetzt. Aber können solche Theorien erklären, warum die christliche Bewegung sich nicht wie alle anderen messianischen Bewegungen, die es im Judentum der damaligen Zeit gab, nach dem Tod ihres Gründers verlor? Viel kann man ja spekulieren über die „seelischen Zustände der zurückbleibenden Apostel“. Aber eine Antwort muss auch Rechenschaft geben über das enorme Wachstum der Bewegung gerade in Jerusalem, wo jeder Gegner auf das Grab Jesu hätte hinweisen können. Die Leute waren in der Antike nicht leichtgläubiger als heute, wie die Erzählung vom Apostel Thomas zeigt - Oder man denke an die Reaktion der anderen Jünger, als die Frauen vom leeren Grab zurückkehrten. Skepsis ist keine moderne Erfindung. Zudem muss man erklären, wie ein Paulus, der zunächst entschiedener Gegner des Christentums war und es aktiv verfolgte und bekämpfte, zum Glauben an die Auferstehung kam.