Der didaktische Zugang erfolgt über drei Schwerpunkte: das leere Grab, die Erscheinungen des Auferstandenen und grundsätzliche theologische Überlegungen zur Bedeutung der Auferstehung. Die Struktur ist offen und flexibel – Lehrkräfte können die Reihenfolge und Gewichtung der Themen an die Situation des Kurses anpassen. Grundlage bilden die biblischen Texte, die weder als schlichte Tatsachenberichte noch als reine Legenden gelesen werden, sondern im Spannungsfeld zwischen historischer Reflexion und kerygmatischer Verkündigung analysiert werden. Dabei wird auch auf die Reaktionen der ersten Jüngerinnen und Jünger eingegangen – Zittern, Zweifel, Angst, Fassungslosigkeit – und so ein identifikatorischer Zugang für heutige Lernende geschaffen.
Besonders hervorzuheben ist der kreative Zugang über Kunstwerke verschiedenster Epochen: Werke von Karl Schmidt-Rottluff, Sieger Köder, Ernst Barlach, Matthias Grünewald, Walter Habdank und der Isenheimer Altar werden in Bildbetrachtungen theologisch erschlossen und regen zur eigenen Deutung an. Damit öffnet sich ein Raum, in dem sich intellektuelle Auseinandersetzung mit nichtrationalem Begreifen, mit Poesie, Symbolik und existenzieller Tiefe verbinden kann. Angebote wie Pantomime, Collage oder Textverfremdung ermöglichen außerdem einen kreativen Ausdruck persönlicher Deutungen und Fragen.
Ziel des Moduls ist es, die Auferstehung nicht als „Beweisproblem“ zu diskutieren, sondern als Glaubensfrage, die Raum für ehrliche Zweifel lässt und zugleich zur Reflexion über Hoffnung, Neuanfang und Gottes Wirken im Leben einlädt. Die Schülerinnen und Schüler sollen begreifen, dass das Thema weder blind geglaubt noch vorschnell verworfen werden muss, sondern dass eine Annäherung – auch in fragmentarischen Schritten – möglich und legitim ist. Die Lehrkraft darf und soll hier als Glaubenszeugin oder -zeuge auftreten, ohne zu überfordern.