Für den Religionsunterricht eröffnet die Enzyklika zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine lebensweltnahe und zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit ethischen Grundfragen. Das Medium eignet sich besonders für die Sekundarstufe II sowie für leistungsstarke Lerngruppen der Sekundarstufe I. Ausgangspunkt kann die Frage sein, welche Entscheidungen heute bereits von Algorithmen beeinflusst werden und wo Lernende selbst mit Künstlicher Intelligenz in Berührung kommen. Daran anschließend können zentrale Aussagen der Enzyklika arbeitsteilig erschlossen und mit aktuellen Beispielen aus Schule, Arbeitswelt, sozialen Medien oder Medizin verglichen werden. Methodisch bieten sich Gruppenarbeiten, Debattenformate, Zukunftswerkstätten, Dilemma Diskussionen oder Rollenspiele an, in denen unterschiedliche gesellschaftliche Akteure vertreten werden. Besonders ergiebig ist eine Verknüpfung mit den Themen Menschenwürde, christliches Menschenbild, Verantwortungsethik, soziale Gerechtigkeit und Friedensethik. Die Lernenden können untersuchen, welche Kriterien eine menschenwürdige Nutzung von Künstlicher Intelligenz erfüllen muss und inwiefern christliche Wertvorstellungen Orientierung für technologische Entwicklungen bieten. Ebenso lassen sich interdisziplinäre Bezüge zu Philosophie, Politik, Informatik und Sozialwissenschaften herstellen. Die Enzyklika fördert die Urteilsbildung, die ethische Reflexion sowie die Fähigkeit, technologische Entwicklungen aus einer religiösen und gesellschaftlichen Perspektive kritisch zu bewerten.