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Eulenfisch

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Heimat ist … „Mehr als du siehst“!

Veröffentlichung:1.1.2019

Der Fachartikel „Mehr als du siehst!“ von Christof May ist im Heft ru heute erschienen und umfasst etwa 2 Seiten (S. 44–45). Der Artikel behandelt die Frage, wo Menschen in den Pfarreien der Zukunft Heimat finden können. Dabei thematisiert der Autor theologische Probleme wie die Bedeutung von Heimat im christlichen Glauben, die Beziehung zwischen Mensch und Gott sowie die Herausforderung kirchlicher Veränderungen durch große Pfarreistrukturen. Im Mittelpunkt steht die theologische Deutung von Heimat als Beziehungsgeschehen und als Erfahrung der Gegenwart Gottes.

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Der Artikel setzt sich mit der Frage auseinander, ob die neuen großen Pfarreistrukturen in der Kirche den Menschen ihre geistliche Heimat nehmen. Viele Menschen empfinden die neu entstehenden Großpfarreien als unpersönlich und anonym. Früher war die Pfarrei meist eng mit dem eigenen Wohnort verbunden und überschaubar. Durch den Zusammenschluss mehrerer Gemeinden entsteht heute jedoch eine größere Struktur, in der manche Menschen das Gefühl haben, ihre vertraute kirchliche Heimat zu verlieren.

Um diese Frage zu verstehen, geht der Autor zunächst der Bedeutung des Begriffs Heimat nach. Heimat ist häufig mit Erinnerungen an Orte der Kindheit verbunden. Der Autor beschreibt dies am Beispiel seines Heimatdorfes im Westerwald. Erinnerungen an Kirche, Schule, Gasthäuser oder das Jugendheim prägen das Gefühl von Heimat. Gleichzeitig verändert sich dieser Ort im Laufe der Zeit. Menschen ziehen weg, Geschäfte schließen und vertraute Strukturen verschwinden. Dadurch entsteht oft ein Gefühl von Nostalgie oder Heimweh nach einer vergangenen Zeit.

Der Artikel betont jedoch, dass Heimat nicht nur ein geografischer Ort ist. Heimat besitzt eine tiefere Dimension. Der Begriff Geheimnis kann dabei helfen, Heimat besser zu verstehen. In theologischer Perspektive ist der Mensch letztlich im Geheimnis Gottes zu Hause. Der Mensch lebt bereits jetzt in diesem Geheimnis und bewegt sich zugleich auf seine endgültige Erfüllung in Gott zu. Heimat wird damit zu einer geistlichen Wirklichkeit.

Ein Hinweis darauf findet sich im Johannesevangelium. Dort fragen zwei Jünger Jesus, wo er wohnt. Jesus antwortet ihnen nicht mit einer genauen Ortsangabe, sondern mit der Einladung Kommt und seht. Diese Szene zeigt, dass Heimat nicht einfach ein Ort ist, sondern eine Beziehung. Heimat entsteht dort, wo Menschen bleiben wollen und wo sie Gemeinschaft erfahren.

Aus christlicher Sicht wird Heimat deshalb vor allem in der Beziehung zu Gott erfahrbar. Diese Beziehung zeigt sich besonders in der Feier der Eucharistie. In der Messe wird das Geheimnis des Glaubens gefeiert, in dem Christus sich den Menschen schenkt. Auch wenn Brot und Wein äußerlich unscheinbar erscheinen, wird darin die Gegenwart Christi erfahrbar. Diese Begegnung mit Gott eröffnet dem Menschen eine tiefere Form von Heimat.

Der Autor greift Gedanken von Romano Guardini auf, der beschreibt, dass der Mensch sein Leben ständig aus der Hand Gottes empfängt. In der Beziehung zu Gott erkennt der Mensch seine eigene Existenz als Geschenk. Heimat entsteht dort, wo der Mensch sich von Gott angesehen und angenommen weiß.

Heimat kann daher an verschiedenen Orten erfahrbar werden. Sie zeigt sich im Gotteshaus, im Tabernakel, in der Feier der Liturgie, aber auch in der Begegnung mit anderen Menschen. In diesen Begegnungen kann der Mensch etwas von Gottes Gegenwart erfahren. Heimat ist somit ein Beziehungsgefüge, das nicht vollständig sichtbar oder erklärbar ist.

Am Ende fasst der Autor seine Überlegungen in einem erweiterten Verständnis des lateinischen Sprichworts zusammen. Heimat ist dort, wo es gut ist. Aus christlicher Perspektive kann man sagen, dass Heimat dort aufscheint, wo Menschen gesegnet sind. Orte des Segens können Menschen eine geistliche Heimat bieten. In diesem Sinn ist Heimat mehr als das, was man äußerlich sehen kann.

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