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Eulenfisch

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Im Zwischenraum

Veröffentlichung:1.1.2024

Der Fachartikel „Bildung als Pastoral im Dommuseum Frankfurt“ von Bettina Schmitt ist im Heft Eulenfisch – Übergänge: Kirche bildet! (ru heute Kontext) erschienen und umfasst etwa 5 Seiten (S. 51–55).

Der Artikel beschreibt die Bildungsarbeit des Dommuseum Frankfurt und zeigt, wie ein kirchliches Museum als Ort religiöser Bildung und pastoraler Begegnung wirken kann. Dabei wird erläutert, wie kulturelles Erbe, Kunstwerke und Kirchenräume Lernprozesse anregen und Gespräche über Glauben und Sinn ermöglichen.

Der Fachartikel behandelt insbesondere folgende theologische Probleme:

das Verhältnis von materiellen Dingen und Transzendenz

die Spannung zwischen Kunstwerk, religiöser Praxis und liturgischer Nutzung

die Frage nach der pastoralen Aufgabe kirchlicher Kulturorte

die Rolle kirchlicher Museen bei der Sinnsuche moderner Menschen

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Der Artikel beschreibt die Bildungs und Vermittlungsarbeit des Dommuseums Frankfurt als eine Form kirchlicher Pastoral. Das Museum befindet sich am Frankfurter Dom und wurde 1987 gegründet. Es präsentiert kirchliche Kunstwerke aus verschiedenen Frankfurter Kirchen sowie Sonderausstellungen mit religiösem Bezug. Zugleich zeigt es zeitgenössische Kunst, die sich mit dem Kirchenraum und seinen Inhalten auseinandersetzt. Neben der Ausstellung organisiert das Museum Führungen durch den Dom, durch weitere Kirchen und durch den Domturm.

Eine Besonderheit des Museums ist seine doppelte Verantwortung gegenüber Kirche und Stadt. Es wird sowohl vom Bistum Limburg als auch von der Stadt Frankfurt getragen. Seine Aufgabe besteht darin kulturelle Werte zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei richtet sich das Angebot ausdrücklich an Menschen unterschiedlicher religiöser und kultureller Hintergründe.

Der Artikel stellt fest, dass Museumsbesuche stark vom Bildungsniveau abhängig sind. Viele Museen versuchen deshalb neue Vermittlungsformen zu entwickeln, um breitere Bevölkerungsgruppen anzusprechen. Für kirchliche Museen kommt zusätzlich eine pastorale Dimension hinzu. Sie sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern Räume schaffen, in denen Menschen Fragen nach Sinn und religiösen Traditionen stellen können.

Ein zentrales Problem kirchlicher Museen besteht darin, dass viele ihrer Ausstellungsstücke gleichzeitig religiöse Objekte sind. Sie können Kunstwerke, liturgische Gegenstände und Gegenstände persönlicher Frömmigkeit zugleich sein. Auch der Kirchenraum selbst ist kein neutraler Ausstellungsraum, sondern ein Ort des Gottesdienstes. Dadurch entstehen Spannungen zwischen musealer Präsentation, religiöser Praxis und dem Schutz der Objekte.

Um diese Fragen zu bearbeiten entwickelte das Dommuseum das Format Ding und Transzendenz. In diesen Führungen werden einzelne Gegenstände aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Vertreterinnen und Vertreter aus Kunstgeschichte Theologie und Philosophie diskutieren gemeinsam mit den Besuchenden über Materialität Bedeutung und religiöse Symbolik der Objekte. Diese multiperspektivische Annäherung ermöglicht ein vertieftes Verständnis religiöser Kunst.

Neben solchen Gesprächsformaten setzt das Museum auch auf neue Formen der Erfahrung. Dazu gehören Führungen mit musikalischen Elementen oder Einblicke in sonst nicht zugängliche Bereiche wie die Sakristei oder die Orgel. Solche Angebote ermöglichen es den Besuchenden die Kirche mit mehreren Sinnen zu erleben und die Arbeit der dort tätigen Menschen kennenzulernen.

Ein Beispiel für transparente Vermittlungsarbeit war die Restaurierung einer Pietà im Dom. Die Restaurierung wurde öffentlich begleitet und Besucherinnen und Besucher konnten den Prozess beobachten und mit Restauratorinnen sprechen. Dadurch entstand ein besseres Verständnis für den Umgang mit religiösen Kunstwerken und für den Konflikt zwischen künstlerischem Erhalt und gelebter Frömmigkeit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Durch Führungen im Domturm lernen junge Menschen das Kirchengebäude und seine Geschichte kennen. Dabei wird auch vermittelt welche Bedeutung historische Kirchen für die Identität einer Stadt besitzen. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für den Wert kulturellen Erbes gestärkt werden.

Der Artikel betont abschließend die Bedeutung von Kooperationen für die Bildungsarbeit des Museums. Zusammenarbeit mit kirchlichen Einrichtungen kulturellen Institutionen und städtischen Partnern ermöglicht es auch kleinen Museen innovative Bildungsangebote zu entwickeln. Das Dommuseum wird so zu einem Ort des Dialogs zwischen Kirche Gesellschaft Kunst und Kultur. In diesem Sinn versteht die Autorin Bildung im Museum als eine gemeinsame pastorale Aufgabe der Kirche.

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