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Eulenfisch

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Oh, wie schön ist Panama

Veröffentlichung:1.1.2024

Der Fachartikel „Oh, wie schön ist Panama“ von Hans Georg Rupp und Kerstin Sahl ist im Heft ru heute (Eulenfisch) erschienen und umfasst die Seiten 139 bis 143.

Der Artikel beschreibt ein Konzept für Besinnungstage mit Oberstufenlernenden, bei denen eine mehrtägige Wanderung mit spirituellen und pädagogischen Impulsen verbunden wird. Ausgangspunkt ist das Kinderbuch Oh wie schön ist Panama von Janosch, dessen Motiv des Aufbrechens, Unterwegsseins und Ankommens auf die Lebenssituation Jugendlicher übertragen wird.

Der Fachartikel behandelt mehrere theologische Fragestellungen: die Deutung des Lebens als Weg, die Suche nach Sinn und Orientierung, die Bedeutung von Vertrauen auf Gott, die Rolle von Entscheidungen im Leben sowie die Frage nach Werten, Lebenszielen und Berufung. Zudem wird reflektiert, wie religiöse Erfahrungen, Spiritualität und Gottesvertrauen Jugendlichen erfahrbar gemacht werden können.

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Der Artikel stellt ein Konzept für Besinnungstage mit Lernenden der gymnasialen Oberstufe vor, die an einer katholischen Schule traditionell durchgeführt werden. Ziel dieser Tage ist es, Jugendlichen außerhalb des normalen Schulalltags Raum zu geben, über ihr Leben, ihre Zukunft und ihre religiösen Erfahrungen nachzudenken. Gerade in der Phase kurz vor dem Schulabschluss stehen wichtige Entscheidungen über Lebensweg, Studium oder Beruf an. Die Besinnungstage sollen helfen, Orientierung zu gewinnen und sich bewusst mit dem eigenen Lebensweg auseinanderzusetzen.

Das vorgestellte Projekt unterscheidet sich von anderen Angeboten dadurch, dass es nicht an einem festen Ort stattfindet, sondern mit einer mehrtägigen Wanderung verbunden ist. Die Lernenden legen an zwei Tagen jeweils etwa zwanzig Kilometer zu Fuß zurück und tragen ihr Gepäck selbst. Dadurch machen sie bereits beim Packen und während der Wanderung grundlegende Erfahrungen des Unterwegsseins. Sie erleben, wie es ist, sich auf das Notwendige zu beschränken, körperliche Anstrengung auszuhalten und zeitweise auf digitale Medien zu verzichten. Diese Erfahrungen sollen zu einer intensiveren Wahrnehmung des eigenen Körpers, der Natur und der Gemeinschaft führen.

Das Projekt verbindet Elemente der Erlebnispädagogik mit spirituellen und reflexiven Methoden. Gespräche untereinander, kreative Aufgaben, Meditation und Naturerfahrungen wechseln sich ab. Ein wichtiger Bestandteil ist ein persönliches Tagebuch, in dem die Lernenden ihre Gedanken, Erfahrungen und Impulse festhalten.

Inhaltlich wird das Projekt durch das Kinderbuch Oh wie schön ist Panama von Janosch strukturiert. Die Geschichte vom kleinen Bären und vom kleinen Tiger, die sich auf den Weg nach Panama machen und schließlich erkennen, dass ihr Zuhause eigentlich schon ihr Panama ist, dient als Symbol für menschliche Lebenswege. Die drei zentralen Motive Aufbrechen, Unterwegs sein und Ankommen bilden die Struktur der Besinnungstage.

Am ersten Tag erfolgt eine thematische Einstimmung. Die Lernenden reflektieren zunächst ihre aktuelle Lebenssituation und überlegen, was sie glücklich macht und wovor sie keine Angst haben müssen. Diese Reflexion kann auch zu theologischen Fragen führen, etwa zum Vertrauen darauf, dass Menschen in Gottes Hand geborgen sind. Anschließend gestalten die Teilnehmenden aus Ton ihr persönliches Traumland Panama und beschreiben die Hoffnungen und Wünsche, die sie damit verbinden.

Am zweiten Tag beginnt die eigentliche Wanderung. Unterwegs entstehen intensive Gespräche zwischen den Lernenden. Die körperliche Bewegung, das gemeinsame Gehen und die Naturerfahrung fördern den Austausch über persönliche Fragen. Zusätzlich werden Übungen zur Achtsamkeit durchgeführt, etwa bewusstes Schweigen oder das barfüßige Wahrnehmen des Bodens. Die Gruppe übernachtet in einem Benediktinerinnenkloster. Dort nehmen die Lernenden an Gebetszeiten teil und sprechen mit einer Ordensfrau über ihren Lebensweg. Diese Begegnung eröffnet neue Perspektiven auf Lebensentscheidungen und religiöse Berufung. Anschließend setzen sich die Lernenden mit ihren eigenen Wertvorstellungen auseinander und überlegen, welche Werte für ihr Leben besonders wichtig sind.

Am dritten Tag führt der Rückweg zum Ausgangsort. Die Erfahrungen der Wanderung werden nun reflektiert. Die Lernenden denken über die Bedeutung von Aufbruch, Weg und Ziel nach und vergleichen ihre ursprünglichen Erwartungen mit den tatsächlich gemachten Erfahrungen. Filme und kreative Aufgaben regen weitere Gespräche über Lebensentscheidungen und persönliche Ziele an. Besonders intensiv wird über das Bild des Lebensweges nachgedacht. Dabei wird das Symbol des Labyrinths verwendet, das zwar Umwege kennt, aber letztlich zum Ziel führt. Diese Vorstellung wird mit dem Bild eines Irrgartens verglichen, in dem Sackgassen möglich sind und Entscheidungen notwendig werden. Die Lernenden diskutieren, welches Bild besser zur menschlichen Lebenserfahrung passt.

Am letzten Tag steht die Frage im Mittelpunkt, auf welche Stimmen Menschen bei ihren Entscheidungen hören. Übungen im Freien verdeutlichen, wie wichtig Vertrauen und Orientierung sind. Anschließend reflektieren die Lernenden ihre Erfahrungen anhand von Symbolen und Fragen. Die Besinnungstage enden mit einem gemeinsamen Text und einem Segenswunsch.

Der Artikel zeigt, dass die Kombination aus Bewegung, Naturerfahrung, Gesprächen und spirituellen Impulsen Jugendlichen helfen kann, ihren eigenen Lebensweg bewusster wahrzunehmen. Die Erfahrung des gemeinsamen Unterwegsseins ermöglicht intensive Gespräche über Sinn, Werte und Entscheidungen und eröffnet neue Zugänge zu religiösen Fragen.

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Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.3 Aspekte christlicher Anthropologie.

Sekundarstufe II | Q4 Kirche – Gemeinde Jesu Christi

Q4.3 Kirche in der Welt von heute.

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Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 5. Hoffnungen, Visionen, Entwürfe, Utopien.

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15.3.2026

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