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Erzbistum Köln

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Die Taufwürde aller Gläubigen

Veränderungsimpuls(e) in der Kirche

Veröffentlichung:1.1.2021

Der Fachartikel „Die Taufwürde aller Gläubigen als Veränderungsimpuls(e) in der Kirche“ von Christoph Köster ist im Heft "impulse" mit vier Seiten enthalten.

Der Artikel zeigt, dass die Kirche angesichts einer Glaubwürdigkeitskrise eine Erneuerung braucht, die bei der Taufe und der Würde aller Gläubigen ansetzt. Zentrales theologisches Problem ist das Verhältnis von Gemeinsamem Priestertum aller Getauften und kirchlichem Amt, sowie die Frage, wie Kirche heute glaubwürdig Glauben vermitteln kann. Zudem werden Spannungen zwischen Hierarchie und Gleichheit, Tradition und Erneuerung sowie individueller Gottesbeziehung und kirchlicher Vermittlung behandelt.

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Der Artikel beschreibt zunächst die gegenwärtige Krise der Kirche, die sich in sinkenden Mitgliederzahlen, Vertrauensverlust und gesellschaftlicher Bedeutungslosigkeit zeigt. Diese Krise wird nicht nur als strukturelles Problem verstanden, sondern als eine tiefere Herausforderung für den Glauben selbst. Daher kann eine Erneuerung nicht allein durch organisatorische Reformen gelingen, sondern muss beim eigentlichen Auftrag der Kirche ansetzen, nämlich der Verkündigung des Evangeliums. Dafür braucht es glaubwürdige Menschen, die ihren Glauben in einer säkularen Gesellschaft leben und bezeugen.

Als theologischer Ausgangspunkt wird die Taufe hervorgehoben. Durch sie werden alle Gläubigen Teil des Volkes Gottes und erhalten eine grundlegende Würde sowie eine Berufung zur Mitverantwortung. Daraus ergibt sich das Konzept des Gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen. Dieses beschreibt keine besondere Stellung, sondern die grundlegende Beziehung jedes einzelnen Menschen zu Gott. Alle Getauften haben unmittelbaren Zugang zu Gott und sind dazu berufen, Zeugnis zu geben, zu dienen und Gottesdienst zu feiern.

Das Zweite Vatikanische Konzil wird als entscheidender Wendepunkt dargestellt. Es hat das Kirchenverständnis verändert, indem es die Kirche nicht mehr primär als hierarchische Ordnung, sondern als Gemeinschaft aller Getauften versteht. Damit wurde die Gleichheit aller Gläubigen vor Gott betont. Gleichzeitig bleibt das geweihte Amt bestehen, jedoch im Dienst am Volk Gottes. Das Verhältnis zwischen Taufpriestertum und Dienstpriestertum wird als komplementär beschrieben.

Ein Blick in die Reformation zeigt, dass Martin Luther ebenfalls das Priestertum aller Gläubigen betonte, jedoch stärker die unmittelbare Beziehung des Einzelnen zu Gott hervorhob und die vermittelnde Rolle der Kirche relativierte. Daraus entstand ein anderes Kirchenverständnis, das sich von der katholischen Position unterscheidet, aber ähnliche theologische Wurzeln hat.

Am Beispiel des Heiligen Franziskus wird deutlich, dass Erneuerung der Kirche oft von einzelnen überzeugten Gläubigen ausgeht, die ihre Berufung aus der Taufe ernst nehmen. Sein Leben zeigt, wie persönlicher Glaube zu einer spirituellen und praktischen Reform führen kann.

Die biblischen Grundlagen des Gemeinsamen Priestertums werden insbesondere im ersten Petrusbrief verortet. Dort wird die Gemeinschaft der Gläubigen als königliches Priestertum beschrieben, das in enger Beziehung zu Gott steht und den Auftrag hat, sein Handeln zu verkünden. Diese Vorstellung knüpft an alttestamentliche Traditionen an, in denen das Volk Israel als priesterliches Volk verstanden wird.

Abschließend wird betont, dass das Gemeinsame Priestertum kein abstrakter Begriff ist, sondern konkrete Konsequenzen hat. Alle Gläubigen sind dazu berufen, Gott zu loben, ihr Leben als Opfer zu verstehen, Versöhnung zu fördern, das Evangelium zu verkünden und für andere zu beten. Die Wiederentdeckung dieser Taufwürde kann ein entscheidender Impuls für die Erneuerung der Kirche sein. Die Zukunft der Kirche hängt somit wesentlich davon ab, ob Gläubige ihre Verantwortung aus der Taufe heraus wahrnehmen und aktiv am Leben der Kirche mitwirken.

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Q4.1 Selbstverständnis der Kirche.

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Rheinland-Pfalz

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13 / 7. Zukunft der Glaubenden.

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