Hartmut Göppel bietet einen Überblick über wichtige religionspädagogische Literatur und Materialien zur Arbeit mit Bildern im Religionsunterricht. Seine Auswahl versteht sich nicht als vollständig, sondern als Anregung, das große inhaltliche und methodische Potenzial von Bildern im Unterricht zu nutzen. Er beginnt mit dem Werk Mit zeitgenössischer Kunst unterrichten von Andreas Mertin und Karin Wendt. Dieses Buch rückt moderne Kunst im Religions, Ethik und Philosophieunterricht in den Mittelpunkt und sensibilisiert für die Macht der Bilder sowie für die engen Beziehungen zwischen Kunst und Religion, Kunst und Freiheit, Kunst und Leben sowie Kunst und Bildung. Neben grundlegenden Überlegungen bietet es konkrete methodische Hinweise zur Bildersuche, zur Auswahl geeigneter Werke und zur praktischen Erschließung im Unterricht.
Als praxisnahes Angebot stellt Göppel die vom Deutschen Katecheten Verein herausgegebene Reihe Bilder für Schule und Gemeinde vor. Jede Ausgabe widmet sich einem Thema und enthält sechs Bilder mit methodischen Hinweisen und Gesprächsanregungen. Die Materialien sind als Folien und digital verfügbar und erleichtern die Unterrichtsvorbereitung erheblich. Im Unterschied dazu richten sich die Werke von Günter Lange zunächst stärker an den Leser selbst. In Bilder zum Glauben und Christusbilder sehen und verstehen führt Lange in die detaillierte Betrachtung einzelner Kunstwerke ein und bietet darüber hinaus theologiegeschichtliche Hintergründe, etwa zum Bilderstreit und zum Konzil von 787. Diese Einblicke vertiefen das Verständnis für die theologische Bedeutung von Bildern und können nach entsprechender Aufbereitung auch im Unterricht eingesetzt werden.
Wieland Schmied legt mit Bilder zur Bibel und Von der Schöpfung zur Apokalypse kunsthistorisch geordnete Bildsammlungen vor, in denen verschiedene Künstler ein biblisches Motiv darstellen. Mehrere Darstellungen etwa zur Sintflut, zur Kreuzigung oder zur Gefangennahme Jesu werden in einen Spannungsbogen gestellt. Diese Zusammenstellungen bieten vielfältige Möglichkeiten für Vergleiche im Unterricht und eröffnen Schülern unterschiedliche Zugänge zu einem Thema. Auch das Heft Umgang mit Bildern im Religionsunterricht des Instituts für Religionspädagogik Freiburg verbindet methodische Hinweise mit konkreten Unterrichtsanregungen. Es stellt Verfahren zur Bilderschließung vor und regt zur kreativen Weiterarbeit an, etwa durch Weitermalen oder Aktualisieren von Bildern.
Für die Sekundarstufe bietet der Band Kunst und Religion ein Dialog von Bärbel Husmann konkrete Unterrichtsreihen, unter anderem zur Anthropologie in moderner Kunst. Methodische Zugänge wie theatrale Verfahren zur Erschließung von Kunstwerken werden anschaulich erläutert. Der Band Starke Bilder aus dem Religionspädagogischen Institut Loccum verbindet grundlegende Überlegungen zum Reiz der Bilder mit ausführlich erschlossenen Beispielen und kompletten Unterrichtsentwürfen zu Künstlern wie René Magritte, Michelangelo oder Rogier van der Weyden. Auch praktische Hinweise zur schnellen Bildersuche machen das Werk besonders hilfreich.
Andreas Reinert stellt in Biblische Bilder im Religionsunterricht jeweils zwölf Kunstwerke zum Alten und Neuen Testament vor und ergänzt sie durch methodische Vorschläge für Einzel und Gruppenarbeit. Eine besondere Materialsammlung ist die CD Zu Tisch bitte mit 150 Bildvariationen zu Leonardo da Vincis Abendmahl. Die unterschiedlichen Darstellungen ermöglichen Gespräche über veränderte Jesusbilder im Laufe der Geschichte und über die Frage, wie weit künstlerische Freiheit bei religiösen Themen gehen darf.
Die Arbeitshilfe Kunst Glaube Erfahrung von Harald Gesing und Eberhard Streier betont die Begegnung mit originaler Kunst an außerschulischen Lernorten und fördert reflexive sowie produktive Auseinandersetzung mit bildender Kunst. Der Foliensatz Bilder der Kunst für den Religionsunterricht aus dem Kösel Verlag bietet 36 Farbfolien aus vier Jahrhunderten mit biographischen und methodischen Hinweisen. Ergänzend verweist Göppel auf digitale Angebote wie die Artothek von rpi virtuell, die ein virtuelles Museum mit thematisch geordneten Werken bietet, sowie auf die umfangreiche Bilddatenbank der Universität Leipzig mit methodischen Hinweisen und technischen Hilfen.
Insgesamt macht der Artikel deutlich, dass die Arbeit mit Bildern im Religionsunterricht sowohl theologisch fundiert als auch methodisch vielfältig gestaltet werden kann. Bilder eröffnen Zugänge zu biblischen Inhalten, zur Christologie, zur Kirchengeschichte und zu Fragen von Glaube und Erfahrung. Die vorgestellten Materialien helfen Lehrkräften, Kunstwerke differenziert zu erschließen, theologische Hintergründe zu berücksichtigen und Schülerinnen und Schüler zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit religiösen Themen anzuregen.