RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Bistum MainzRU Heute

Bistum Mainz,

RU Heute

...sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren

Veröffentlichung:1.1.2020

Der Fachartikel ist im Heft RELIGIONSUNTERRICHT heute 01 2020 im Schwerpunktteil enthalten und umfasst die Seiten 13 bis 17. Er steht unter dem Titel „… sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren“.

Der Beitrag behandelt zentrale theologische Probleme des biblischen Wahrheitsanspruchs. Im Mittelpunkt stehen die Fragen nach der Inspiration der Heiligen Schrift, dem Verhältnis von göttlicher und menschlicher Urheberschaft, der Bedeutung des Kanons sowie nach der Rolle von Interpretation und Auslegung für das Verständnis der Wahrheit der Bibel. Der Artikel zeigt, dass sich die Wahrheit der Schrift nicht auf naturwissenschaftliche oder historische Irrtumsfreiheit bezieht, sondern auf die Wahrheit, die Gott um unseres Heiles willen mitteilen wollte.

Products

Der Artikel von Ralf Rothenbusch setzt sich mit dem theologischen Wahrheitsanspruch der Bibel auseinander. Ausgangspunkt ist die Aussage der Offenbarungskonstitution Dei Verbum des Zweiten Vatikanischen Konzils, dass die Schrift sicher getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehre, die Gott um unseres Heiles willen aufgezeichnet haben wollte. Damit wird der Wahrheitsanspruch ausdrücklich auf das Heil bezogen und nicht auf naturwissenschaftliche oder historische Detailfragen. Die neuzeitlichen Konflikte etwa um das heliozentrische Weltbild zeigen, dass Probleme entstehen, wenn man alle Aussagen der Bibel unterschiedslos als naturwissenschaftlich oder historisch exakt versteht.

Der Artikel betont den literarischen Charakter der biblischen Texte. Texte besitzen eine Sinnpluralität und werden von ihren Leserinnen und Lesern aktiv gedeutet. Zugleich sind Interpretationen nicht beliebig, da sie an die Textintention gebunden bleiben. Auch die Wahrheit der Bibel lässt sich daher nicht einfach objektiv aus dem Text herauslesen, sondern erschließt sich im Prozess der Auslegung.

Für den Wahrheitsanspruch der Bibel sind Inspiration und Kanon entscheidend. Die biblischen Schriften gelten als von Gott eingegeben. Diese Inspiration betrifft nicht nur einzelne Autoren, sondern den gesamten Überlieferungsprozess. Viele biblische Texte sind das Ergebnis eines langen Traditions und Fortschreibungsprozesses. Inspiration bedeutet daher ein Wirken Gottes in und durch menschliche Autoren, die in ihren historischen und kulturellen Bedingungen schreiben.

Der Kanon entsteht in einem geschichtlichen Prozess, in dem bestimmte Schriften als normativ für die Glaubensgemeinschaft anerkannt werden. Kanonisierung beendet die Textproduktion, schafft aber zugleich die Notwendigkeit fortdauernder Auslegung. Die kanonischen Texte sollen Orientierung und Identität für die Gemeinschaft stiften. Ihre Wahrheit erschließt sich daher immer im Horizont des gesamten Kanons.

Ein zentrales Thema ist das Verhältnis von göttlicher und menschlicher Urheberschaft. Die Kirche bekennt Gott als Urheber der Schrift, erkennt jedoch zugleich die echten menschlichen Verfasser mit ihren eigenen Fähigkeiten und Grenzen an. Frühere Modelle wie die Verbalinspiration, die Gott als direkten Diktierenden verstanden, erwiesen sich als problematisch. Das Zweite Vatikanische Konzil formuliert stattdessen ein Verständnis, das den menschlichen Charakter der Texte ernst nimmt. Die Schrift ist Gotteswort im Menschenwort.

Für das Verständnis der Wahrheit der Bibel ist zwischen dem wörtlichen Sinn und dem geistigen oder kanonischen Sinn zu unterscheiden. Der Literalsinn erschließt sich aus dem historischen Kontext und richtet sich zunächst an die ersten Adressaten. Die aktualisierende Auslegung bringt die Texte in neue Lebenskontexte ein. So entsteht eine Bedeutungsvielfalt, die nicht Beliebigkeit bedeutet, sondern Reichtum.

Die Wahrheit der Schrift zeigt sich im Zusammenspiel von historischem Literalsinn und gegenwartsbezogener Auslegung im Horizont des gesamten Kanons. Manche Aussagen können im wörtlichen Sinn heute keinen unmittelbaren Wahrheitsanspruch mehr erheben, behalten aber im kanonischen Zusammenhang ihre Bedeutung. Die Schrift soll im gleichen Geist gelesen werden, in dem sie geschrieben wurde. Inspiration setzt sich daher in der inspirierten Rezeption fort. Die Wahrheit der Bibel erschließt sich im Glauben als Wort Gottes, das Menschen in ihrer jeweiligen Gegenwart anspricht und auf das Heil ausrichtet.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.1a Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Sinn und Lebensglück.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.3 Dem Lebenssinn auf der Spur: Jesus Christus – dem Auferstandenen nachfolgen.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Glücksbilder - Gesellschaft, Medien, Kultur

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 7. Wie sollen/wollen wir leben?.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.