Der Einstieg gelingt über Fotografien von Vorbildern. Dabei wird nicht nur Perfektion, sondern auch das Gegenteil von physischer Perfektion dargestellt. Es wird auch die Verletzlichkeit von Menschen und auch von Vorbildern z.B. durch Burnout dargestellt. Vorbilder reichen über physische Perfektion hinaus. Schönheitsideale und Lebensläufe werden hinterfragt. Dabei reflektieren die Lernenden in Partnerarbeit ihre eigene Einstellung zu ihrem Körper und halten Ergebnisse in Sprechblasen zu den Fotos fest. Solche ersten Eindrücke zu Vorbildern werden in Partnerarbeit mit Hilfe von Sprechblasen in die Bilder eingezeichnet. In einem weiteren Schritt wird ein Psalm 139 untersucht. In ihm dankt der Sprecher Gott für seinen Körper und Geist. Wenn Körper und Geist ein Geschenk Gottes sind, sollten sie gut behandelt und geachtet werden. In einem weiteren Schritt werden Körper und Leib definiert und dazu zwei Lexikonartikel verfasst. Ein weiterer Schritt thematisiert die Heilung des Blinden bei Betsaida.
Körper und Leiblichkeit im Christentum werden durch den Bezug zum Schöpfergott, am Beispiel des Hohen Liedes des Salomon und der Leibwerdung Gottes in Jesus dem Christus entwickelt. Dabei erfassen die Lernenden den Unterschied der egozentrischen Selbstbezogenheit der Sport/Schönheitskultur und der Ausrichtung Jesu und des christlichen Menschenbildes auf andere Menschen. Abschließend werden 20-30 zentrale Begriffe der Einheit gesammelt und als Postletts in einem Schaubild zentralen Kategorien zugeordnet. Dadurch werden eine weitere vertiefte Reflexion und Evaluation des Lernerfolgs der Lernenden ermöglicht. Methodisch sticht die abwechslungsreiche Arbeit mit Bildern, Videos, Texten, biblischen Bezügen, einer Wordcloud und Schautafeln heraus.
Der nachfolgende Schritt thematisiert Gender über eine Web- oder Zeitschriftenrecherche zu typischen Charakteristika für Jungen und Mädchen. Dabei werden Anforderungen der Gesellschaft ermittelt, die oft nur schwer zu erfüllen sind. Sie beruhen meist auf physischer Perfektion. In einem weiteren Schritt werden diese Muster dekonstruiert. Dazu dient der Film "mein Leben in Rosarot" zu Transgender Themen. In Einzel- oder Partnerarbeit wird dazu ein Material ausgefüllt und anschließend im Plenum über das Verhalten der Filmfiguren diskutiert. Rollenbilder werden dabei kritisch hinterfragt. Im folgenden Schritt werden die grundlegenden Punkte des Lebensentwurfes einer stets an ihrer Perfektion arbeitenden Influenzerin hinterfragt. Grenzenlose Selbstoptimierung als Lebensstil wird diskutiert und Gefahren werden aufgezeigt.
Der nächste Schritt thematisiert ein weiteres Lebenskonzept, welches Selbstoptimierung durch Extremsport als Ziel hat. Auch hier werden Folgen, Grenzen und Gefahren thematisiert.
Ein weiterer Schritt analysiert diese beiden Lebensläufe aus theologischer Sicht mit Bezug auf den Versuch der Selbsterlösung. Eine weitere Perspektive gibt Richard David Precht in einem YouTube Video. Das Interview ist auch als Text abgedruckt. Es werden Stichwörter zur Selbstoptimierung gesammelt. Dazu wird ein Plädoyer im Umgang mit Leiblichkeit verfasst. Dabei steht die Annahme des eigenen Selbst und des eigenen Körpers im Fordergrund. Körperliches Selbstbewusstsein zu entwickeln ist eine der Entwicklungsaufgaben der Pubertät. In einem weiteren Schritt wird dem Selbstoptimierungsszenario ein christliches Menschenbild entgegengestellt. Dieses geht aus der Genesis und dem Psalm 139 hervor. Der Mensch ist Schöpfung Gottes und soll sich und seine Umwelt pfleglich behandeln, ohne den Versuch der Perfektionierung. Ein solcher Versuch führt zum Ausschluss von Menschen, denen die Perfektionierung nicht gelingen kann. Dabei ist die Gemeinschaft aller Menschen Ideal der christlichen Religion, egal welche körperliche Form, welches Geschlecht oder Lebenskonzept sie haben. Ein Denken in Perfektion führt nur zu Vorurteilen und dem Gefühl selbstverschuldet unvollkommen zu sein.
Ein weiterer Schritt thematisiert die Gestaltung des eigenen Körpers z.B. über Tattoos. Tattoos können auch religiösen Inhalt haben. Die Begründung ein Tattoo zu tragen wird in Textarbeit ermittelt. Bilder zeigen Beispiele christlicher Tattoos. Dabei geht es um den Versuch, eigenes Denken nach außen sichtbar und verstehbar zu machen. Dazu werden meist Symbole verwendet, manchmal auch Schriftzüge. Es wird nun in Gruppenarbeit ein eigenes Tattoo mit christlichen Glaubensinhalten gestaltet.
Der nächste Schritt arbeitet mit einer Wortwolke zum hohen Lied des Salomon über die Liebe. Es werden in Gruppenarbeit weitere Wordclouds zu anderen Liebesgedichten oder Videos mit Liedtexten erstellt. Linkbeispiele dazu sind angegeben.
In einem weiteren Schritt werden drei Bilder von Körpern mit Adjektiven versehen. Zwei Bilder zeigen Athleten und einen Jesus als gekreuzigten Liebenden. Die Athleten sind nur auf sich selbst bezogen, wohingegen Jesus von anderen Figuren umarmt wird und auf diese ausgerichtet ist. Christliche Selbstverwirklichung bezieht die Nächsten mit ein. Selbstoptimierung geschieht dagegen meist im Wettstreit und Kampf gegen andere.
Ein nächster Schritt thematisiert die Menschwerdung Gottes. Gott wird Mensch und damit Körper. Ein Gemälde Caravaggios über den Unglauben des Apostels Thomas illustriert dieses erstaunliche Ereignis und die Körperlichkeit Gottes. Es wird ein innerer Monolog des Apostels bezogen auf die Worte Jesu erstellt: Mein Leib für euch. Damit wird erneut die Bezogenheit des christlichen Menschenbildes auf die Mitmenschen herausgestellt. Der eigene Körper kann nur seinen Zweck erfüllen, wenn er auch für andere eingesetzt wird. So hat Christus es in seinem Leben vorgelebt.
Es entsteht eine Vorstellung darüber wie die Bibel zur Körperlichkeit steht. Es besteht dort nicht wie oft angenommen eine dialektische und gnostische Ablehnung des körperlichen zugunsten des geistlichen. Körper und Geist gehören zusammen.
Abschließend wird ein Schaubild zum Text "Der Mensch vor Gott" erstellt. Es werden 20-30 Begriffe der Unterrichtseinheit aufgeschrieben, die dann dem Schaubild zugeordnet werden. Dadurch wird die Einheit evaluiert und die Inhalte werden erneut abschließend reflektiert. Ziel ist der Aufbau eines eigenen stabilen Selbstbildes und Selbstvertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen.