Der Einstieg gelingt über ein Textmaterial zur Digitalisierung und den zehn Geboten. Darin werden die neu entstehenden Freiräume im digitalen Bereich thematisiert. Diese Freiräume benötigen Orientierung, um Missbrauch zu vermeiden. Die Zehn Gebote können dabei eine Rolle spielen, wenn sie entsprechend adaptiert werden.
Bin den Arbeitsaufträgen wird Bezug zu schnell Digitalisierung und der eigenen Lebenswelt sowie der Corona-Krise hergestellt. Durch sie war die persönliche Interaktion stark eingeschränkt und wurde digital ausgeführt.
In einem zweiten Schritt wird über ein Textmaterial der Bezug der zehn Gebote zu Digitalisierung hergestellt. Grundlegender Eigenheiten menschlicher Interaktion bleiben auch durch neue Technologien unverändert. Deshalb können bewährte Regelmuster und Anleitungen auch in neuen Technologien angewendet werden.
In einem anschließenden Schritt kann in Gruppenarbeit ein erster Versuch der Verbindung der einzelnen Zehn Gebote mit dem Phänomen der Digitalisierung versucht werden. Ergebnisse Köln über bekannte Methoden, die Plakate präsentiert werden.
In den sich anschließenden drei Materialien werden drei der Gebote auf neue Technologien bezogen. M3 unternimmt dies für das 1. Gebot. Dadurch, dass Gott als Einziger angebetet werden soll, wird die Abhängigkeit von Götzen aufgehoben und die Freiheit gestärkt. Das erste Gebot ermutigt zur eigenen Freiheit. In digitalen Raum wird diese Freiheit durch die Marktmacht großer Konzerne und deren big-data und Datensammlungen eingeschränkt.
Es entsteht fast eine Art Determinismus, wenn Webseiten bereits die Wünsche der Nutzer vorhersehen und Ihre Daten entsprechend einschränken. Diese Konzerne erscheinen als die neuen Götzen des Netzes. Die eigene Omnipräsenz fordert das Verständnis als endlicher Mensch heraus. Sich selbst zu Gott zu erklären und allmächtig in Spielen zu handeln, verformt die das Menschenbild.
Das biblische Menschenbild wird an dieser Stelle über Genesis 2 entwickelt und mit dem von Konzernen entwickelten digitalen Menschenbild verglichen. Über eine Fishbowl-Diskussion wird eine eigene Meinung zur Gefährdung der Freiheit durch digitale Technologien entwickelt.
Im nächsten Schritt wird das zweite Gebot zur Identitätsbildung und Solidarität untersucht. Hierbei wird die Selbstoptimierung und vermeintliche Selbstverwirklichung in digitalen Welten hinterfragt. Soziale Medien fordern Menschen heraus, sich selbst zu perfektionieren. Dadurch können sie jedoch teilen Teil ihrer Freiheit einbüßen. Denn die perfekten digitalen Bilder sind für die meisten Menschen unerreichbar. Dadurch kann es zu Depressionen und Minderwertigkeitskomplexen kommen. Auch der Selbstverlust durch digitale Süchte wird thematisiert. Hier greift auch das Wort der Entfremdung. Durch 1000 digitale Freunde können reale Freunde verloren gehen. In den Aufgabenstellungen werden Selfies diskutiert. Darüber wird die perfekte Selbstdarstellung und deren zwanghafte Elemente untersucht. Eine eigene Stellungnahme zu Gefahren der Selbstkonstruktion im digitalen Raum wird in Einzel- oder Gruppenarbeit unternommen.
Im letzten Schritt wird das 10. Gebot im digitalen Raum untersucht. Werden eigene Wünsche im digitalen Raum thematisiert. Das christliche Menschenbild ist 10 Gebote sieht hier die Gottes nächsten und Selbstliebe als Wünsche vor. In der digitalen Welt der Social Media wird er eine Form von Selbstdarstellung, extreme im Wettbewerb um Likes und Klicks vertreten.
Das dadurch entstehende egoistische Menschenbild wird hinterfragt. Der überhöhte Wunsch nach Anerkennung verdrängt Empathie und Kooperation.
Dies wird auch in den Fragestellungen über positive und negative Formen von Begehren im digitalen Raum untersucht. Positive und negative Möglichkeiten sozialer Medien bei der eigenen Selbstreflexion und Außendarstellung werden untersucht. Das Entwickeln einer eigenen Identität vor dem Hintergrund der vielen Sachzwänge der digitalen Welt um Themen, Marken, Personen und Produkte wird hinterfragt. Die Grenzen der Perfektion zu akzeptieren und somit Freiheit zu gewinnen, ist ebenfalls ein Thema der Fragestellungen. Ein Gedicht von Bonhoeffer zur Akzeptanz des eigenen Selbst wird dabei genutzt.