Für den Religionsunterricht bietet das Medium zahlreiche Anknüpfungspunkte, weil es religiöse, ethische, politische und pädagogische Fragen miteinander verbindet. Lernenden kann damit verdeutlicht werden, dass Radikalisierung nicht plötzlich entsteht, sondern sich in einem Zusammenspiel aus persönlichen Krisen, gesellschaftlichen Erfahrungen, ideologischen Angeboten und fehlenden Gegenperspektiven entwickelt. Didaktisch ist besonders wichtig, den Film nicht als Beitrag über den Islam insgesamt zu behandeln, sondern als Auseinandersetzung mit Radikalisierung, Prävention und den Aufgaben einer pluralen Gesellschaft. Zu Beginn kann eine Begriffsklärung stehen, in der Worte wie Radikalisierung, Prävention, Deradikalisierung, Salafismus, Extremismus, Religionsunterricht, Pluralität und Menschenrechte gemeinsam erschlossen werden. Danach bietet sich eine strukturierte Sichtung mit Leitfragen an, etwa danach, welche Akteure im Film Verantwortung tragen, welche Ursachen benannt werden und welche Lösungsansätze überzeugend erscheinen. In arbeitsteiligen Gruppen können Lernende einzelne Handlungsfelder untersuchen, zum Beispiel Schule und Sozialarbeit, Moscheegemeinden und islamische Verbände, Religionsunterricht, Elternarbeit, Sicherheitsbehörden oder europäische Zusammenarbeit. Methodisch eignen sich dazu Schaubilder, Wirkungsgefüge, Pro und Contra Diskussionen, Positionslinien oder Rollengespräche aus der Sicht verschiedener Beteiligter. Besonders ergiebig ist die Frage, wie Anerkennung, Zugehörigkeit und echte Teilhabe jungen Menschen helfen können, sich nicht von radikalen Angeboten ansprechen zu lassen. Ebenso kann diskutiert werden, welche Form von Religionsunterricht geeignet ist, um Dialogfähigkeit, Urteilsvermögen und Respekt gegenüber anderen zu fördern. Wichtig ist, dass Lernende dabei nicht in einfache Schuldzuweisungen verfallen, sondern die Vielschichtigkeit des Problems wahrnehmen. Das Medium eignet sich deshalb gut für Unterrichtseinheiten zu Religion und Gewalt, Verantwortung in der Gesellschaft, Demokratie, Menschenwürde, Friedensethik und interreligiösem Lernen. Es fördert die Fähigkeit, zwischen Religion und Extremismus zu unterscheiden, unterschiedliche Präventionsansätze kritisch zu bewerten und die Bedeutung von Bildung, Beziehung und Anerkennung für ein friedliches Zusammenleben zu erkennen.