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feinschwarzBarbara Staudigl

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Barbara Staudigl

Von Schafen, Blumen und Sternen. Naturerfahrung im Kloster

Veröffentlichung:1.5.2026

Das Zentrum für Umwelt und Kultur im Kloster Benediktbeuern ermöglicht Schulklassen durch einen neuen Zeltplatz intensive Naturerlebnisse in renaturierten Moorlandschaften, wo Digital Natives ihre analogen Sehnsüchte nach unmittelbarem Kontakt mit Natur, Tieren und Gemeinschaft erfüllen können.

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Das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) im Kloster Benediktbeuern hat einen neuen Zeltplatz geschaffen, der Schulklassen ermöglicht, intensiv in der Natur zu übernachten und zu lernen. Die Infrastruktur mit geräumigen Großraumzelten, mongolischen Jurten, Gemeinschaftsraum und einer Weide mit Alpinen Steinschafen wurde dank großzügiger Sponsorengelder im Frühjahr 2025 realisiert. Das Bildungsteam verfolgt damit das Ziel, durch nächtliche Präsenz in der Natur – das Hören von Tierlauten in der Dunkelheit, das Schärfen der Sinne und die Stärkung von Gemeinschaftsgefühl – ein tieferes Naturerleben zu ermöglichen als tagsüber möglich wäre. Besonders bemerkenswert ist das Phänomen, dass die Viertklässler, Digital Natives der Jahrgänge 2015 (aufgewachsen mit Computerspielen), explizit analoge Erlebnisse wünschen: das Füttern von Schafen, Wanderungen bei Sonnenaufgang, das Spüren von Moor zwischen den Zehen und das gemeinsame Schlafen in der Jurte. Das ZUK verbindet seit vielen Jahren Lehrplaninhalte mit praktischen Naturerfahrungen in verschiedenen Lebensräumen wie Moor, Tümpel, Wiese und Wald. Seit 1992 setzt sich das Zentrum für die Renaturierung der Loisach-Kochelsee-Moore ein und bewirtschaftet etwa 800 Hektar Streuwiesen, wodurch eine beeindruckende Artenvielfalt entstanden ist. Bedrohte Vogelarten wie der Kiebitz und seltene Pflanzen wie Enziane und Orchideen finden hier einen Lebensraum. Barrierefreie Erlebnisbiotope – von Verlandungszonen bis zu Kleinstbiotopen – ermöglichen Kindern und Jugendlichen, Natur mit allen Sinnen zu erforschen: bei Tümpelsafaris Kleinsttiere sammeln und bestimmen, Wildblumen kategorisieren oder auf dem Moorwald-Erlebnispfad mit Schwingseil über das Moor navigieren. Das Konzept akzeptiert dabei auch, dass die jungen Menschen nass werden und sich schmutzig machen – dies wird als essentieller Bestandteil echter Naturerfahrung verstanden.

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