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Was heißt Islamismus?

Veröffentlichung:28.9.2016

Kaum ein Wort hat nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eine derartige Konjunktur erfahren wie Islamismus. Aber was genau versteht man unter Islamismus? Welche Gruppen und Strömungen gibt es? Und auf welche ideologischen (Vor-)Denker berufen sie sich? Sind alle Islamisten Gewalttäter?

Das Video bietet einen kompakten Überblick über Entstehung, Entwicklung und unterschiedliche Ausprägungen des Islamismus. Ausgehend von der historischen Krise der islamischen Welt nach dem Niedergang des Osmanischen Reiches werden zentrale ideengeschichtliche Wurzeln vorgestellt, etwa bei Al Afghani, Muhammad Abduh, Rashid Rida, Ibn Abd al Wahhab, Hassan al Banna und Sayyid Qutb. Der Film zeigt, dass Islamismus kein einheitliches Phänomen ist, sondern ein breites Spektrum von Strömungen umfasst, die sich in ihren politischen Zielen, ihren religiösen Vorstellungen und besonders in ihrer Haltung zur Gewalt deutlich unterscheiden. Zugleich werden wichtige historische und politische Rahmenbedingungen erläutert, etwa autoritäre Herrschaft, soziale Ungleichheit, der Nahostkonflikt, die Revolution im Iran, der Krieg in Afghanistan sowie die Entstehung von Al Qaida und des sogenannten Islamischen Staates. Dadurch vermittelt das Medium grundlegendes Orientierungswissen und macht deutlich, warum eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema notwendig ist.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders gut, um Lernenden eine sachliche und differenzierte Annäherung an ein gesellschaftlich sensibles Thema zu ermöglichen. Didaktisch ist vor allem wichtig, von Beginn an deutlich zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden, damit keine pauschalen Zuschreibungen gegenüber Muslimen entstehen. Der Film kann deshalb sehr gut in Unterrichtseinheiten zu Religion und Politik, Fundamentalismus, Extremismus, Menschenrechten oder Friedensethik eingesetzt werden. Methodisch bietet sich zunächst eine gelenkte Sichtung mit Beobachtungsaufträgen an, bei der Lernende etwa zentrale Begriffe, wichtige Personen, historische Auslöser und unterschiedliche Strömungen festhalten. Anschließend kann das Material in arbeitsteiliger Gruppenarbeit vertieft werden, indem einzelne Gruppen zum Beispiel die ideengeschichtlichen Wurzeln, politische Ursachen, soziale Faktoren, Formen von Gewalt oder Unterschiede zwischen gemäßigten und gewaltorientierten Gruppen bearbeiten. Sinnvoll ist außerdem eine begriffliche Klärung zentraler Wörter wie Salafismus, Wahhabismus, Jihadismus, Muslimbruderschaft oder Islamischer Staat, damit Lernende ein präzises Vokabular entwickeln. In der Auswertung sollte Raum für Reflexion geschaffen werden, wie Radikalisierung entsteht, welche Rolle politische Krisen spielen und weshalb religiöse Deutungen für manche Menschen attraktiv werden. Ebenso wichtig ist eine kritische Auseinandersetzung mit medialen Bildern vom Islam, um Vorurteile abzubauen und Urteilsfähigkeit zu stärken. Das Medium sollte deshalb nicht isoliert, sondern möglichst ergänzt durch Perspektiven muslimischen Lebens in seiner Vielfalt behandelt werden. So kann der Unterricht dazu beitragen, zwischen Religion, politischer Ideologie und extremistischer Gewalt zu unterscheiden und die Wahrnehmung für komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge zu schärfen.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.3 Königtum und Prophetie. Macht und Kritik.

Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.5 Gefährliche Religion?.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Weltweite Gerechtigkeit (Entwicklungsländer, Verschuldung)

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