Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders gut, um Lernenden eine sachliche und differenzierte Annäherung an ein gesellschaftlich sensibles Thema zu ermöglichen. Didaktisch ist vor allem wichtig, von Beginn an deutlich zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden, damit keine pauschalen Zuschreibungen gegenüber Muslimen entstehen. Der Film kann deshalb sehr gut in Unterrichtseinheiten zu Religion und Politik, Fundamentalismus, Extremismus, Menschenrechten oder Friedensethik eingesetzt werden. Methodisch bietet sich zunächst eine gelenkte Sichtung mit Beobachtungsaufträgen an, bei der Lernende etwa zentrale Begriffe, wichtige Personen, historische Auslöser und unterschiedliche Strömungen festhalten. Anschließend kann das Material in arbeitsteiliger Gruppenarbeit vertieft werden, indem einzelne Gruppen zum Beispiel die ideengeschichtlichen Wurzeln, politische Ursachen, soziale Faktoren, Formen von Gewalt oder Unterschiede zwischen gemäßigten und gewaltorientierten Gruppen bearbeiten. Sinnvoll ist außerdem eine begriffliche Klärung zentraler Wörter wie Salafismus, Wahhabismus, Jihadismus, Muslimbruderschaft oder Islamischer Staat, damit Lernende ein präzises Vokabular entwickeln. In der Auswertung sollte Raum für Reflexion geschaffen werden, wie Radikalisierung entsteht, welche Rolle politische Krisen spielen und weshalb religiöse Deutungen für manche Menschen attraktiv werden. Ebenso wichtig ist eine kritische Auseinandersetzung mit medialen Bildern vom Islam, um Vorurteile abzubauen und Urteilsfähigkeit zu stärken. Das Medium sollte deshalb nicht isoliert, sondern möglichst ergänzt durch Perspektiven muslimischen Lebens in seiner Vielfalt behandelt werden. So kann der Unterricht dazu beitragen, zwischen Religion, politischer Ideologie und extremistischer Gewalt zu unterscheiden und die Wahrnehmung für komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge zu schärfen.