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Spiegel

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Rückkehr der deutschen Salafisten

Wie Influencer den Islamismus ins Netz tragen

Veröffentlichung:21.9.2020

Das Video zeigt, wie salafistische Akteure heute vor allem über soziale Medien, Netzwerke und professionell inszenierte Online Formate Einfluss gewinnen. Im Mittelpunkt stehen Personen wie Hanna Hansen, Sven Lau und Abdelhamid, die mit unterschiedlichen Strategien für eine extremistische Auslegung des Islam werben, Spenden sammeln, Gemeinschaftserlebnisse schaffen und besonders junge Menschen ansprechen. Deutlich wird, dass salafistische Ideologie nicht nur über offene Provokationen auf der Straße verbreitet wird, sondern vor allem über digitale Kommunikation, emotionale Botschaften, persönliche Lebensgeschichten und geschlossene Szenen. Der Film macht sichtbar, wie gezielt Frauen als neue Zielgruppe angesprochen werden, wie alte Netzwerke weiterwirken und wie religiöse Sprache mit Lifestyle, Zugehörigkeit und Abgrenzung verbunden wird. Zugleich wird deutlich, dass staatliche Verbote und strafrechtliche Maßnahmen zwar wichtig sind, die Attraktivität solcher Angebote für manche Menschen aber nicht automatisch beenden.

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Für den Religionsunterricht ist das Medium besonders geeignet, um mit Lernenden über digitale Radikalisierung, religiöse Beeinflussung und die Verantwortung in einer pluralen Gesellschaft ins Gespräch zu kommen. Didaktisch ist es wichtig, den Film nicht als Darstellung des Islam insgesamt zu behandeln, sondern als Analyse salafistischer Netzwerke und extremistischer Online Strategien. Zu Beginn sollte daher eine klare Unterscheidung zwischen Islam, Salafismus, Islamismus und gelebter muslimischer Vielfalt vorgenommen werden. Methodisch bietet sich eine gelenkte Sichtung mit Beobachtungsaufträgen an, bei der Lernende untersuchen, welche Mittel der Ansprache verwendet werden, welche Zielgruppen angesprochen werden und welche Bilder von Religion, Gemeinschaft und Gesellschaft vermittelt werden. In Gruppenarbeit können einzelne Aspekte vertieft werden, etwa die Rolle von Influencerinnen, die Bedeutung sozialer Medien, die Funktion von Zugehörigkeit und Wir Gefühl, die Verbindung von Missionierung und Lifestyle oder die Frage nach dem Verhältnis von Religionsfreiheit und freiheitlicher demokratischer Grundordnung. Besonders fruchtbar ist eine Analyse der Sprache und Bildsprache, weil Lernende dadurch erkennen können, wie emotionalisiert, vereinfacht und polarisiert extremistische Botschaften oft aufgebaut sind. Ebenso kann der Film dazu genutzt werden, über die Sehnsucht nach Orientierung, Anerkennung und Gemeinschaft zu sprechen und zu fragen, warum gerade junge Menschen für solche Angebote empfänglich sein können. In einer weiterführenden Reflexion können Lernende Kriterien entwickeln, woran manipulative religiöse Kommunikation erkennbar ist und wie eine menschenfreundliche, freiheitliche und dialogfähige Religionspraxis davon unterschieden werden kann. Das Medium stärkt damit Medienkritik, Urteilsfähigkeit und religiöse Differenzierung und eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Extremismus, Religion im digitalen Raum, Identität, Freiheit, Menschenwürde und demokratischen Werten.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 7

7G.2 Dem Islam begegnen. Auseinandersetzung und Toleranz.

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.3 Königtum und Prophetie. Macht und Kritik.

Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.5 Gefährliche Religion?.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 7

7.1 Protestieren und Aufbegehren: Prophetisches Handeln.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Konflikte heute – typisch menschlich Aktuelle Beispiele von Protest und Aufbegehren

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