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Christoph ThomaSchulamt Innsbruck

Christoph Thoma,

Schulamt Innsbruck

Leben dürfen. Sterben müssen MB 226

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Unterrichtsstunde "Leben dürfen. Sterben müssen" mit sieben Seiten führt Lernende in die existenzielle Frage nach Leben und Tod ein. Ausgehend vom Material „Leben dürfen – Sterben müssen“ (Christoph Thoma) erkunden sie drei Perspektiven auf den Tod, als Tor (Platon), als Zerstörer (Johann von Tepl) und als Leere (Hofmannsthal) und reflektieren, wie diese Haltungen das Verständnis vom Leben prägen.

Nach einer Diskussion gestalten die Lernenden in Gruppen symbolische „Lebenslinien“, die zeigen, wie unterschiedliche Todesauffassungen das Leben verändern. Präsentationen, Reflexionsphasen und Bibelzitate (z. B. Joh 11,25; Ps 90,12) verbinden philosophische, psychologische und theologische Deutungen.

Die Stunde fördert Selbstreflexion, Empathie und Sinnorientierung und schließt mit der Aufgabe, über die Frage zu schreiben:

„Wie möchte ich leben, damit ich am Ende sagen kann: Es war gut?“

Products

I. Einführung (ca. 10 Min.) – Das Paradox des Lebens

Impulse:

Lehrkraft schreibt an die Tafel:

„Leben dürfen – Sterben müssen.“

→ „Was löst dieser Satz in euch aus?“

Kurzes Stimmungsbild mit Handzeichen oder Mentimeter: „Angst – Akzeptanz – Gleichgültigkeit – Hoffnung – Wut – Dankbarkeit?“

Dann: Zitat von Franz von Assisi

„Der Tod ist der Bruder des Lebens.“

Kurze Deutung: Wie kann der Tod Bruder des Lebens sein?

Ziel: emotionale und existenzielle Aktivierung.

II. Diskussion (ca. 15 Min.) – Drei Sichtweisen auf Tod und Leben

Arbeitsauftrag:

Die Klasse wird in drei Gruppen geteilt. Jede Gruppe erhält einen der Texte aus dem Materialblatt:

Platon/Sokrates – Tod als Tor zum eigentlichen Leben

Johann von Tepl – Tod als Zerstörer

Hofmannsthal – Tod als Leere

Aufgabe:

Lest euren Textausschnitt.

Markiert zentrale Gedanken.

Diskutiert: Welche Haltung zum Leben steckt darin?

Erstellt ein 2-Satz-Zitat, das die Sicht eurer Figur zusammenfasst.

Ergebnis: Drei „Lebensphilosophien“ des Sterbens entstehen.

III. Praktische Anwendung (ca. 25 Min.) – „Sterben lernen heißt leben lernen“

Gruppenaufgabe: „Die letzte Seite meines Lebensbuches“

Jede der drei Gruppen erhält eine große Papierrolle oder ein Plakat mit der Überschrift:

? „Mein Leben – eine Geschichte zwischen Anfang und Ende“

Auftrag:

Gestaltet gemeinsam eine symbolische Lebenslinie von Geburt bis Tod.

Markiert Wendepunkte, Hoffnungen, Krisen, Abschiede, Neuanfänge.

Tragt Symbole, Farben, kurze Stichworte oder Bilder ein.

Überlegt:

Wie verändert sich diese Lebenslinie, wenn man so denkt wie Platon / Tepl / Hofmannsthal?

Wie sieht das „Ende“ in eurer Version aus? (Tor? Bruch? Leere?)

Am Ende schreibt ihr in einem Satz darunter:

„Wer so über das Sterben denkt, gestaltet sein Leben als …“

Kreative Vertiefung (optional bei Zeit):

Die Gruppe darf einen Satz oder ein Symbol auf ein Stück Transparentpapier schreiben oder zeichnen, das sie über das Ende ihrer Lebenslinie legt – als Zeichen der Hoffnung, der Transzendenz oder des Weiterwirkens.

Ziel:

Veranschaulichung der wechselseitigen Beziehung zwischen Lebensgestaltung und Todesverständnis.

Förderung der Fähigkeit, philosophische Konzepte auf die eigene Biografie zu beziehen.

Emotionale und ästhetische Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und Sinn.

IV. Präsentation (ca. 15 Min.) – „Drei Gesichter des Todes“

Jede Gruppe präsentiert ihr Standbild (freeze).

Die übrigen Schüler:innen raten: „Welche Haltung steckt dahinter?

Danach kurze Selbstinterpretation der Gruppe.

Lehrkraft-Vertiefung:

„Welche dieser Sichtweisen ist euch sympathisch, welche befremdlich?“

„Wie könnte die christliche Perspektive hier dazukommen?“

(Einbringen der christlichen Hoffnung auf Auferstehung und Erlösung.)

V. Reflexion und Zusammenfassung (ca. 15 Min.) – „Was heißt es, sterblich zu leben?“

Einzelarbeit:

Schüler:innen schreiben auf einen Zettel:

„Wenn ich wüsste, dass mein Leben morgen endet, dann …“

Anschließend (freiwillig) Lesung einzelner Antworten.

Danach: Lehrkraft fasst zusammen:

Der Tod stellt Fragen ans Leben.

Die Art, wie wir leben, prägt, wie wir sterben.

Christliche Perspektive: Hoffnung auf Erlösung und neues Leben (nicht Verneinung des Todes, sondern Durchgang).

VI. Hausaufgabe

Schreibe ein kurzes Tagebuch oder Gedicht (1/2 Seite):

„Wie möchte ich leben, damit ich am Ende sagen kann: Es war gut?“

Alternative (kreativ): Collage oder Symbolbild, das zeigt, was „vollständig leben“ heißt.

VII. Abschließende Worte

Zitat zur Tafel:

„Nur wer den Tod im Leben erträgt, lebt wirklich.“ – (nach Dietrich Bonhoeffer)

Kurze stille Minute – Bewusstes Atmen.

Dann: „Geht hinaus – und lebt heute ganz.“

VIII. Zusätzliche kreative Ideen

Podcast-Projekt: Schüler:innen nehmen kurze „Lebensbotschaften“ als fiktive Sterbende auf (3–5 Sätze, Audioaufnahme).

Philosophisches Café: Stationen mit Zitaten von Sokrates, Tepl, Hofmannsthal, Jesus, Bonhoeffer. Die Schüler:innen wechseln und diskutieren.

Kunst-Impuls: Mit Ton oder Draht kleine Skulpturen zum Thema „Übergang“ gestalten.

Filmanschluss: Ausschnitt aus „Das Beste kommt zum Schluss“ oder „The Good Place“.

IX. Passende Bibelzitate

Joh 11,25 – „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“

Phil 1,21 – „Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.“

Ps 90,12 – „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

1 Kor 15,55 – „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“

Offb 21,4 – „Er wird alle Tränen abwischen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein.“

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