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Magazin ZeitspRUng

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Konsumentscheidungen haben Konsequenzen

Sustainable Development Goal 12 im Religionsunterricht

Veröffentlichung:9.3.2026

Der Beitrag ist ein vollständiges, vierstufiges Unterrichtskonzept für den Religionsunterricht zu SDG 12 (Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen) der UN-Agenda 2030. Er gliedert sich in einen theologisch-didaktischen Grundlagenteil und ein Bausteinmodell mit direkt einsetzbaren Materialien (M 1–2c, abgedruckt). Der theoretische Teil entfaltet die Spannung zwischen individueller Konsumverantwortung und sozialethischen Systemfragen anhand zweier christlich-ethischer Grundausrichtungen: Option für die Armen (Befreiungstheologie, Laudato Si, Papst Franziskus) und Bewahrung der Schöpfung (Versöhnung, Mitgeschöpflichkeit). Baustein 1 erschließt den ökologischen Fußabdruck durch den Vergleich mit drei authentischen Portraits bangladeschischer Jugendlicher – Akhi Akhter (15), Partho Paul (13) und Khadija Akhter (15) –, erstellt von NETZ Bangladesch. Baustein 2 erarbeitet Armutsbegriffe (absolute, relative, Exklusion/neue Armut; M 2a) und die Option für die Armen (M 2b) im kooperativen Kugellager-Verfahren (M 2c). Baustein 3 ist altersdifferenziert: Jg. 5–7 analysieren die Konsumgüter Jeans und Smartphone hinsichtlich ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit; Jg. 8–10 untersuchen Ernährungsgewohnheiten und globale Klimagerechtigkeit. Baustein 4 weitet den Blick auf Regierungen, Kirchen und lokale Initiativen im Kontext der Agenda 2030.

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Klassenstufe: Klassen 5–10 (Sek I), mit expliziter Altersdifferenzierung: Jg. 5–7 (Baustein 3a: Jeans/Smartphone) und Jg. 8–10 (Baustein 3b: Ernährung). Das Kompetenzraster orientiert sich am RLP der EKBO; die Inhalte sind für den katholischen RU vollständig adaptierbar (Soziallehre, Laudato Si, Prophetie). Für die Sek II (Grundkurs) eignen sich Baustein 2 und die sozialethische Rahmung als vertiefende Lektüre.

Curriculare Einbettung: SDG 12 / Agenda 2030 / Schöpfungsbewahrung / Sozialethik / Option für die Armen / Befreiungstheologie / Laudato Si / Globale Gerechtigkeit / Konsum und Lebensstil / prophetische Überlieferung (Ex 23; Jer; Lk 4; Mt 25). Fächerübergreifend: Gesellschaftswissenschaften (Armut, Konsum, Globalisierung), Politische Bildung (Lieferketten, Agenda 2030), Ethik (Freiheit und Verantwortung), WAT (Ernährung, Gesundheit, Konsum). Verbindung zu Laudato Si (Art. der Schöpfungsverantwortung, Option für die Armen) macht den Beitrag besonders anschlussfähig für den katholischen Kontext.

Methodische Stärken: Das Bausteinmodell ist modular einsetzbar und insgesamt zu einer vollständigen Unterrichtsreihe integrierbar. Besonders stark: die drei Fußabdruckportraits bangladeschischer Gleichaltriger, die SuS in direkte imaginäre Begegnung mit der globalen Ungleichheit bringen und eine kontrastive Perspektivübernahme ermöglichen, ohne ins Pädagogik-Klischee des „armen Kindes aus dem Süden" abzugleiten (die Portraits sind differenziert und individuell). Die Kugellager-Methode (Baustein 2) fördert kooperatives Lernen, Auskunftsfähigkeit und wechselseitige Ergebnissicherung auf hohem Niveau. Die Altersdifferenzierung in Baustein 3 ist sauber didaktisch begründet. Alle Materialien sind vollständig abgedruckt und sofort einsetzbar.

Mögliche Unterrichtsszenarien: Kurzeinheit (2–3 Std.): Baustein 1 (Fußabdruck-Vergleich mit einem Portrait) + Reflexionsgespräch über globale Ungleichheit. Mittlere Einheit (4–6 Std.): Baustein 1 + Baustein 2 (Kugellager mit M 2a/2b/2c). Vollständige Reihe (8–12 Std.): alle vier Bausteine, ggf. mit Rechercheaufträgen zu lokalen Initiativen und Einladung einer externen Person (Kirchengemeinde, Repair Café, Urban Gardening). Sek II: Baustein 2 als Textgrundlage für eine vertiefte Diskussion Individualethik vs. Sozialethik der Konsumentscheidungen, ergänzt durch Primärtexte aus Laudato Si.

Differenzierung: Binnendifferenzierung ist explizit eingebaut: M 2a (Was ist Armut?) für eine Hälfte der Lerngruppe, das anspruchsvollere M 2b (Option für die Armen) für die andere Hälfte. Baustein 3 ist klar altersdifferenziert. Für leistungsschwächere SuS: Reduktion auf die Portraits und eine narrative Erschließung (Was würdest du dir für Akhi/Partho/Khadija wünschen?). Die Autoren weisen selbst auf die Sensibilität bei sozial heterogenen Klassen hin, da der Fußabdruckvergleich Wohlstandsdifferenzen innerhalb der Lerngruppe sichtbar machen kann.

Limitationen: Die Kompetenzformulierungen beziehen sich auf den RLP der EKBO; Übertragung auf andere Bundesländer und konfessionelle Lehrpläne ist notwendig. Einige Internet-Links (Fußabdruckrechner fussabdruck.de, Brot-für-die-Welt-Materialien) sind auf Aktualität zu prüfen. Das Konzept ist ursprünglich evangelisch geprägt; Anpassung der Kompetenzformulierungen für den katholischen Kontext empfehlenswert.

Text

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24.4.2026

konfessionelle Kooperation ,Interreligiöser Dialog

Unterrichtsstunde

Menschen & Welt

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