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Magazin ZeitspRUng

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Was machen eigentlich Diversity-Manager*innen?

Unterrichtsideen für die Klassen 10-12 in Religion, Ethik und Sozialkunde

Veröffentlichung:9.3.2026

Der Beitrag erschließt das Berufsbild der Diversity-Managerin / des Diversity-Managers für den Religionsunterricht und verwandte Fächer der Oberstufe. Ausgehend von einer theologischen Verortung des Diversity-Konzepts (Gottesebenbildlichkeit, Wolfgang Huber; Intersektionalität) werden sechs Quellentexte für den Unterricht aufbereitet: (M1) Diversity-Management bei Ford (Motivation, Aufgaben, Kompetenzprofil), (M2) Diversity-Konzept bei Bosch (Gender, Internationalität, Alter, Arbeitskultur), (M3) allgemeines Berufsbild, (M4) Berufsperspektiven für Studierende, (M5) Diversity Management in Kirche und Diakonie (Christine Zarft, Führungsakademie für Kirche und Diakonie), (M6) Interview mit Diversity-Managerin Lisa Waloschik (Spiegel/bento). Eine Tabelle nach Günter Vedder zeigt vier konkurrierende Diversity-Management-Ansätze (Resistenz-, Fairness-, Marktzutritts-, Lern- und Effektivitätsansatz).


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Klassenstufe: 10–12 (Sek II), explizit ausgewiesen; die Arbeit mit programmatischen und berufsbezogenen Texten sowie die geforderte kritische Reflexion bestätigen die Einschätzung.

Curriculare Einbettung: Verbindung religiöser und gesellschaftlicher Lernperspektiven: Menschenwürde, Gerechtigkeit, Intersektionalität (Mehrfachdiskriminierung), diakonisches Handeln, kirchliche Berufswelt. Fächerübergreifend für Religion, Ethik und Sozialkunde/Politik konzipiert, was Kooperationen im Fächerverbund erleichtert. Anschlussfähig an Berufsorientierung (Berufsfeld Sozial- und Personalmanagement) und interreligiöses Lernen (Diversity in kirchlichen Einrichtungen).

Methodische Stärken: Die sechs Materialtexte decken ein breites Spektrum ab – von der Unternehmenskommunikation großer Konzerne über akademische Berufsbild-Beschreibungen bis zum persönlichen Interview und kirchlicher Praxis. Dies erlaubt eine multiperspektivische Auseinandersetzung und verhindert einseitig normative Einschätzungen. Die Vedder-Tabelle (vier Ansätze) ist ein starkes Instrument für eine kritische Reflexion von Motiven hinter Diversity-Engagement (ökonomisch vs. ethisch). Das bento-Interview mit Lisa Waloschik (M6) bietet durch seinen authentischen, alltagssprachlichen Duktus einen niedrigschwelligen Zugang.

Besonderheiten: Die Rückbindung an theologische Anthropologie (Gottesebenbildlichkeit als Individualitätsprinzip; Huber: multiple Identität statt Schubladendenken) macht den Beitrag für den Religionsunterricht der Oberstufe einmalig, da er die Brücke zwischen kirchlichem Diversity-Engagement und wirtschaftlichem Diversity-Management bewusst thematisiert. Der Abschnitt zu Kirche und Diakonie (M5) benennt konkrete Spannungsfelder (Loyalitätspflicht, Kopftuch-Kompromiss, interreligiöse Andachtsräume) und ermöglicht eine ehrliche Auseinandersetzung mit Grenzen und Entwicklungsbedarfen kirchlicher Institutionen.

Differenzierung: Die sechs Texte können arbeitsteilig in Gruppen bearbeitet werden (Experten-Jigsaw). Für Grundkurse: M1, M3, M6 als Basis; für Leistungskurse oder AG-Formate: alle Texte plus Vedder-Tabelle plus eigene Recherche (Diversometer Berlin, Charta der Vielfalt). Als Abschluss eignet sich eine Pro-Contra-Diskussion (wirtschaftlich motiviertes vs. ethisch motiviertes Diversity-Management).

Mögliche Unterrichtsszenarien: Einstieg: Selbstcheck mit dem Berliner Diversometer (Link im Text); dann Experten-Jigsaw zu M1–M6; Abschluss: Verortung der eigenen kirchlichen Einrichtung auf der Vedder-Skala + Diskussion: Was würde ein authentisch christlich motiviertes Diversity-Management ausmachen? Alternativ: Projekttag mit Einladung einer realen Diversity-Managerin oder kirchlichen Referentin.

Grenzen: Einige Quelltexte (insbesondere Unternehmens-PR von Ford und Bosch) sind bewusst unkritisch formuliert und sollten als solche markiert werden. Aktualität: Das Material von 2020 kann durch neuere Studien oder Debatten (etwa AGG-Reform, aktuelle Kirchen-Diversity-Berichte) ergänzt werden.

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24.4.2026

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Sequenz

Menschen & Welt

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Lernen mit heterogenen Lerngruppen ,Lernen über Heterogenität/Inklusion

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