RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Erzbistum Köln

Erzbistum Köln

Künstliche Intelligenz im Religionsunterricht

Wer soll den Menschen richten dürfen?

Veröffentlichung:1.1.2020

Der Fachartikel von Katharina Zweig ist im Heft "impulse" unter dem Titel „Künstliche Intelligenz im Religionsunterricht: Wer soll den Menschen richten dürfen?“ erschienen und umfasst 4 Seiten.

Er erläutert die Entwicklung und Funktionsweise künstlicher Intelligenz und diskutiert deren Einsatz zur Bewertung menschlichen Verhaltens. Im Mittelpunkt steht die ethische und theologische Frage, ob Maschinen über Menschen urteilen dürfen.

Behandelte theologische Probleme:

Frage nach Gerechtigkeit und Urteilskompetenz (Gott Mensch Maschine)

Verhältnis von Gnade und algorithmischer Entscheidung

christliches Menschenbild versus datenbasierte Vorhersagen

Verantwortung und Grenzen menschlichen Richtens

Products

Der Artikel erklärt zunächst, dass künstliche Intelligenz kein eindeutig definierter Begriff ist, sondern sowohl ein Forschungsfeld als auch konkrete Methoden und Anwendungen beschreibt. Im Kern geht es darum, dass Computer Aufgaben übernehmen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern. Während frühe Ansätze der künstlichen Intelligenz auf festgelegten Regeln und von Expertinnen und Experten erstellten Wissenssystemen beruhten, hat sich in den letzten Jahrzehnten ein grundlegender Wandel vollzogen. Heute arbeiten viele Systeme datenbasiert und erkennen Muster durch maschinelles Lernen.

Anhand von Beispielen wie automatischer Übersetzung oder Produktempfehlungen wird gezeigt, dass Maschinen aus großen Datenmengen statistische Zusammenhänge ableiten. Diese beruhen jedoch nicht auf echtem Verstehen, sondern auf Korrelationen. Dadurch können auch Fehlinterpretationen entstehen, wenn scheinbare Zusammenhänge fälschlich als bedeutungsvoll gewertet werden. Trotzdem werden solche Verfahren erfolgreich eingesetzt, insbesondere im wirtschaftlichen Kontext.

Problematisch wird dies, wenn solche Systeme zur Bewertung von Menschen genutzt werden. Der Artikel verdeutlicht dies anhand eines fiktiven Beispiels, in dem Personen anhand bestimmter Messwerte als kriminell oder nicht kriminell eingestuft werden. Die zugrunde liegende Entscheidungsregel ist dabei abhängig von Daten und gewählten Kriterien und kann zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Dies wirft grundlegende Fragen nach Gerechtigkeit auf.

Aus theologischer Perspektive wird deutlich, dass maschinelle Entscheidungen zentrale Aspekte des christlichen Menschenbildes nicht berücksichtigen. Maschinen urteilen ohne Kontext, ohne Möglichkeit zur Veränderung und ohne Gnade. Im Gegensatz dazu zeigen biblische Geschichten, dass Gott und Jesus Menschen individuell beurteilen und ihnen neue Chancen eröffnen. Begriffe wie Vergebung, Barmherzigkeit und individuelle Entwicklung spielen dabei eine zentrale Rolle.

Der Artikel kritisiert zudem, dass algorithmische Systeme bestehende Vorurteile aus Daten übernehmen und verstärken können. Menschen werden dabei auf statistische Eigenschaften reduziert und in Gruppen eingeordnet. Dies steht im Widerspruch zu einem Verständnis des Menschen als einzigartiges Individuum.

Abschließend wird die Frage gestellt, ob und in welchen Bereichen maschinelle Urteile akzeptabel sind. Während sie im Alltag oft hilfreich sind, etwa bei Suchmaschinen oder Empfehlungen, werden sie im Bereich von Rechtsprechung und moralischer Bewertung problematisch. Der Religionsunterricht wird als Ort vorgeschlagen, um diese Fragen kritisch zu reflektieren und das Spannungsverhältnis zwischen technischem Fortschritt und ethischen sowie theologischen Prinzipien zu diskutieren.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.1 Moralisch argumentieren – Modelle der Ethik.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 1. Grundzüge christlicher Moral im Kontext philosophischer Ethik.

Text

urheberrechtlich geschützt

18.3.2026

Interreligiöser Dialog

Menschen & Welt

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.