Der Artikel beginnt mit einem Überblick über die 17 Mitgliedsverbände des BDKJ (u. a. DPSG, KjG, CAJ, Kolpingjugend, PSG) mit insgesamt 660.000 Mitgliedern (2022) und die 26 Diözesanverbände.
Die historische Entwicklung umfasst fünf Abschnitte: (1) Vorgängerorganisationen (KJMV, Zentralverband der katholischen Jungfrauenvereinigungen) in der Weimarer Republik; (2) Gründung des BDKJ 1947 unter dem Leitwort „Es lebe Christus in deutscher Jugend" als Kompromiss zwischen Stammjugend und Gliederungen (ca. 850.000 Mitglieder im Gründungsjahr); (3) Umstrukturierung zum Dachverband ab 1971 mit Stärkung von Koordination und Interessensvertretung statt Inhaltssteuerung; (4) Interne und externe Konflikte mit der Deutschen Bischofskonferenz (Linksrutsch-Vorwürfe, Demokratieförderplan 1994, Konflikt um Ordinatio Sacerdotalis); (5) Verschiedene Formen der Kooperation zwischen BDKJ und Amtskirche, die bis heute von strikter Trennung bis enger Einheit reichen.
Zum BDKJ heute werden vier thematische Schwerpunkte dargestellt: Kirchenpolitik (Demokratisierung, Gleichberechtigung aller Geschlechter, Beziehungs- und Sexualethik, Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, „Theologie der Verbände"); Entwicklungspolitik (fairer Handel, GEPA, Klimagerechtigkeit, Antirassismus, Freiwilligendienste); Jugend- und Gesellschaftspolitik (U28-Strategie, Wahlalterabsenkung, Demokratiebildung); Mädchen- und Frauenpolitik (Quoten, Förderung, Bundesfrauenkonferenz, Geschlechterdiversität).
Der Abschnitt zu Jugendverbänden als Orten religiöser Bildung entfaltet sieben Prinzipien: Glaube als Option für die Armen und Zeugnis des Lebens; Lebensweltbezug als Voraussetzung anschlussfähiger Verkündigung; Selbstorganisation und Partizipation als Einübung demokratischer Praxis und Erwerb von Leitungskompetenz; Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit als Raum für Charismen; die reflektierte Gruppe als primärer personaler Bildungsraum; geistliche Verbandsleitung als gleichberechtigtes Amt von Laien und Priestern auf Basis der Taufberufung. Als Herausforderungen werden die Öffnung für andere Konfessionen und Religionen sowie das Desiderat generationenübergreifenden Lernens benannt.