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Das Kreuz als Folklore

vom Verschwinden der christlichen Glaubensbindung

Veröffentlichung:17.11.2018

Vergleicht man die jährlichen Kirchenaustrittszahlen mit aktuellen Umfrage-Ergebnissen zum Wertebewusstsein, stellt man irritiert fest: Die Säkularisierung nimmt zu, die Religiosität aber auch. Je stärker der Wunsch nach ethischer Orientierung wird, umso drängender die Frage, wer denn bitteschön all die Werte und Tugenden herstellt und die Normen formuliert, auf die der Rechtsstaat und seine freiheitliche Zivilgesellschaft angewiesen sind.

Wenn Familie, Schule und Kirche aufgehört haben, „Moralapostel“ zu sein, wenn Politiker die Religion zur Regionalfolklore reduzieren und Populisten schon Rasse und Nation für ausreichend sinnstiftend halten – dann sucht der postmoderne Konfessionslose im multikulturellen Beziehungsgeflecht seines Berufs- und Privatlebens möglicherweise auf eigene Faust nach religiösen Quellen, Fixpunkten und Leitlinien für sein Leben.

Wird dabei das „Christliche“ am europäischen Abendland nur wiederendeckt oder auch transformiert? Ist der christliche Glaube ein verschwindendes Spurenelement oder das entscheidende Ferment unserer Kultur?

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