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Jesus junge Garde - Die christliche Rechte und ihre Rekruten

Veröffentlichung:15.1.2013

Der Film beleuchtet das Erstarken der christlichen Rechten in Deutschland und veranschaulicht, warum besonders Jugendliche empfänglich für die so genannten Erlebnisreligionen sind. Vor dem Brandenburger Tor haben sich etwa 10.000 ekstatische Jugendliche zu einer Massenandacht versammelt. Sie tanzen, beten, weinen. Gefühlsausbrüche wie bei einem Rockkonzert. Dabei geht es hier um Glauben. Die erstaunten Passanten erleben die Geburtsstunde einer Erweckungsbewegung. Die amerikanische Bet- und Bußgemeinde "The Call" fasst in Deutschland Fuß. Unter den begeisterten Jüngern ist der 19-jährige Esbjörn. Er beschließt in dieser Stunde, sein Leben zu ändern und sich der Bewegung zu verschreiben. Der Film begleitet ihn und andere auf dem Weg zum Missionar. Der Trend kommt aus Amerika. In den USA ist die religiöse Rechte bereits zu einer einflussreichen politischen Kraft geworden. Auch in Europa gewinnen die christlichen Konformisten durch systematische Evangelisation an Terrain. Hauptzielgruppe ist die Jugend, die den Kirchen abhanden gekommen ist. Die Botschaft von "The Call" ist einfach. Die Anhänger leben in strikter Bibeltreue, tun Buße und Verzicht und versuchen, durch intensives Gebet und gezielte Missionierung, die Menschheit zu erwecken.

Das Video dokumentiert eine evangelikale Erweckungsbewegung, die sich mit emotional aufgeladenen Großveranstaltungen, missionarischer Jugendarbeit und einer stark auf Bekehrung ausgerichteten Frömmigkeit an junge Menschen richtet. Im Mittelpunkt stehen die Bewegung „The Call“, ihre deutschen Akteure sowie die Verbindung von religiöser Begeisterung, persönlichen Bekehrungserfahrungen und gesellschaftlichem Gestaltungsanspruch. Das Video zeigt, wie Jugendliche durch Musik, Gemeinschaftserlebnisse, Gebet, Heilungserwartungen und missionarische Schulungen angesprochen werden und darin Orientierung, Sinn und Zugehörigkeit finden. Zugleich werden problematische Seiten sichtbar: ein fundamentalistisches Bibelverständnis, ein starker Wahrheitsanspruch, rigide Moralvorstellungen, politische Einflussnahme sowie Tendenzen zur Abgrenzung und ideologischen Vereinnahmung. Dadurch eröffnet das Medium nicht nur Einblicke in eine gegenwärtige religiöse Bewegung, sondern wirft auch grundsätzliche Fragen nach religiöser Sehnsucht, Autorität, Freiheit, Manipulation und dem Verhältnis von Glaube und Macht auf.

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Didaktisch eignet sich das Medium vor allem für die Sekundarstufe II sowie für anspruchsvollere Lerngruppen der Sekundarstufe I in den Themenfeldern „neue religiöse Bewegungen“, „Fundamentalismus“, „Religion und Politik“, „Jugend und Sinnsuche“ sowie „Formen gelebten Christentums“. Im Unterricht sollte das Video nicht vorschnell wertend, sondern zunächst analytisch erschlossen werden: Was macht die Bewegung für Jugendliche attraktiv? Welche Bedürfnisse nach Orientierung, Gemeinschaft, Emotionalität und Eindeutigkeit werden hier angesprochen? Erst in einem zweiten Schritt sollten die problematischen Aspekte herausgearbeitet werden, etwa das exklusive Wahrheitsverständnis, die starke Gruppenbindung, die moralische Engführung oder die politische Instrumentalisierung religiöser Überzeugungen. Methodisch bietet sich eine mehrperspektivische Herangehensweise an, etwa durch arbeitsteilige Analyse von Selbstdarstellung und Außenwahrnehmung der Bewegung, durch die Untersuchung von Sprache, Symbolik, Musik und Inszenierung oder durch die Gegenüberstellung verschiedener christlicher Frömmigkeitsformen. Ebenso sinnvoll sind Kriterienkataloge, mit denen Schülerinnen und Schüler unterscheiden lernen zwischen engagiert gelebtem Glauben, religiöser Begeisterung und manipulativen bzw. fundamentalistischen Strukturen. Dabei ist eine sensible Gesprächsführung wichtig, damit persönliche Glaubensüberzeugungen von Lernenden respektiert und nicht pauschal mit Extremformen identifiziert werden. Ein fruchtbarer Unterrichtsansatz kann zudem darin bestehen, die im Video sichtbare Sehnsucht nach Sinn, Zugehörigkeit und Orientierung ernst zu nehmen und mit offenen, pluralitätsfähigen Formen religiöser Bildung zu vergleichen. So fördert das Medium nicht nur Urteilsfähigkeit im Blick auf religiöse Bewegungen, sondern auch die Fähigkeit, zwischen Glaubenszeugnis, missionarischem Eifer und ideologischer Vereinnahmung zu unterscheiden.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8G.2 Gottesbilder im Leben der Menschen. Menschliche Vorstellungen und Offenbarung .

Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.5 Gefährliche Religion?.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 5. Säkulare Heilsangebote und neue religiöse Bewegungen.

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 3. Pluralität der Lebensformen: Dasein für andere und mit anderen.

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