Darauf aufbauend werden die Lernende angeregt, ihre beruflichen Wünsche und Erwartungen zu reflektieren. Beispiele realer Schüleraussagen veranschaulichen Hoffnungen und Befürchtungen hinsichtlich Digitalisierung, Arbeitszeiten, internationaler Projekte oder Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wahlzettel zu Tätigkeitsprofilen und zu persönlichen Einstellungen helfen ihnen, berufliche Interessen sowie Vorstellungen vom ersten Job systematisch einzugrenzen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der beruflichen Orientierung über Branchen. Die Lernenden recherchieren Berufsbilder, analysieren deren Entwicklung und setzen Stellenausschreibungen mit berufsspezifischen Anforderungen in Beziehung. Gleichzeitig lernen sie, historische Zukunftsprognosen kritisch zu beurteilen und denken über utopische und dystopische Zukunftsszenarien nach.
Im historischen Modul erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie der Wert und die Organisation von Arbeit sich von der Antike über Mittelalter, Reformation, Aufklärung, Industrialisierung bis in die Gegenwart gewandelt haben. Textquellen und Bildmaterial unterstützen die Zuordnung der Epochen. Besonderes Augenmerk liegt auf der industriellen Revolution, ihren technischen Neuerungen und den massiven sozialen Folgen, etwa den schwierigen Arbeitsbedingungen des 19. Jahrhunderts und dem daraus entstehenden Sozialstaat. Statistiken zu Arbeitszeiten und demografische Grafiken („Lebensbäume“) verdeutlichen, wie gesellschaftliche Entwicklungen Arbeitsmärkte beeinflussen.
Im Modul „Berufe im Wandel“ untersuchen die Schülerinnen und Schüler anhand von Bildreihen aus Handwerk, industrieller Fertigung, Landwirtschaft, Medien- und Telekommunikationsbranche, wie technische Neuerungen Berufsprofile verändern, welche Tätigkeiten verschwinden, welche konstant bleiben und welche neu entstehen. Ein vertiefendes Beispiel liefert die Bahn, bei der Digitalisierung, Automatisierung und veränderte Signaltechnik den Berufsalltag neu strukturieren.
Das technologische Modul widmet sich dem Wandel durch Automatisierung, Robotik und Digitalisierung. Statistiken zum Robotereinsatz weltweit zeigen globale Trends. Bildmaterial aus Fabrikarbeit, OP-Technik oder öffentlichem Verkehr ermöglicht es den Lernenden, Chancen und Risiken wachsender Automatisierung für Beschäftigte zu diskutieren. Weitere Materialien thematisieren Digitalisierung im Alltag, neue Berufsbilder wie Roboter-Erziehende oder Tele-Mediziner und den Umgang von Unternehmen wie Lego, Hasbro oder Kodak mit digitalen Herausforderungen.
Ein wichtiges Querschnittsthema bildet das lebenslange Lernen als Voraussetzung moderner Erwerbsbiografien. Beispiele wie der Wandel des Berufs Kfz-Mechatroniker/-in zeigen, wie technische Innovation die Kompetenzanforderungen stetig erweitert.
In einem vorausblickenden Teil erarbeiten die Lernende Zukunftsszenarien zur „Industrie 4.0“, zur Gestaltung zukünftiger Arbeitsplätze oder zur Smart Factory am Beispiel digital gesteuerter Schuhproduktion. Abschließend analysieren sie gesellschaftliche Folgen neuer Technologien wie autonomem Fahren, etwa die Auswirkungen auf Stau, Umwelt, Unfallstatistiken sowie die entstehenden ethischen und rechtlichen Probleme.
Das Material verbindet somit berufliche Orientierung, historische Bildung und technologisches Zukunftswissen. Es fördert nicht nur die Analysefähigkeit der Lernenden, sondern ermutigt sie auch, eigene Erwartungen an Arbeitswelten zu formulieren und kritisch über Chancen und Herausforderungen des Wandels nachzudenken.