Der Einstieg gelingt über Assoziationen zum Wort Erinnerungskultur. Dabei können Kontakte zum Nationalsozialismus und andere Kontexte aus dem Geschichtsunterricht entstehen. In einem ersten Schritt werden in sechs Gruppen Beispiele zur Erinnerungskultur analysiert. Dabei fällt auf, dass einige Ereignisse mehr im Vordergrund stehen als andere. Beispiele des Materials sind Kontexte zu deutschen Kolonien in Afrika wie der Völkermord an den Herero, deutsche Konzentrationslager in Afrika und Rassismus während der Kolonialzeit.
Die sechs Beispiele werden klassifiziert nach: "erinnert", "kaum erinnert" und "nicht erinnert". Dadurch zeigt sich, dass die Erinnerungskultur bezogen auf viele Bereiche der deutschen Geschichte wenig ausgeprägt ist.
In einem weiteren Schritt werden Geschichtsbücher auf Inhalte deutscher Kolonialgeschichte und den Umgang damit untersucht. Dazu wird versucht, die sechs Themen im Schulhof aufzufinden. In einem tabellarischen Material, das beiliegt, wird eingetragen, inwiefern das Thema vorkommt und über welche Perspektive es dargestellt wird.
Der nächste Schritt besteht in einer Videoanalyse. Das Video ist im Dropdown-Menü eingebettete Medien auf dieser Seite enthalten. Ein Video zeigt Erinnerungskultur aus Sicht der Deutschen und der Herero aus historischer Perspektive und in der Gegenwart. Hier wird, wie bei vielen anderen Kolonialkonflikten eine konträre Geschichtsauffassung erfahrbar. Völkermord wird als Sieg verklärt. Diese Diskrepanz wird durch ein Material untersucht und herausgestellt.
In einem weiteren Schritt werden persönliche Vorurteile zu Afrika, afrikanischer Kultur und Entwicklungsländern hinterfragt. Dazu werden in einem ersten Schritt persönliche Assoziationen zu Afrika auf einer halben DIN-A4-Seite gesammelt. Dabei werden voraussichtlich die klassischen Bilder von zerstörten Landschaften, verhungernden Menschen und allgemeinem Niedergang reproduziert werden. Fünf angegebene Wiki Commons Bilder zeigen hingegen aufstrebende Staaten Afrikas, die einen mit Europa vergleichbaren Lebensstandard erreicht haben. Dann werden auf der zweiten Hälfte der DIN-A4-Seite den Untergangsbildern der Medien Analysen der fünf Wikipediabilder gegenübergestellt. Im Plenum werden die persönlichen Assoziationen und die heutige Realität gemeinsam verglichen. Genauere Anleitungen zu diesem Vergleich sind im Material enthalten und entlasten die Plenumsdiskussion.
In einem weiteren Schritt werden Abbildungen von Schwarzen aus den mitgebrachten Politik- und Geschichtsbüchern analysiert. Solche Bilder sind auch im Material der Stunde „Kreuze und Kanonen“ auf ru-digital enthalten. Auch hier sind klare Stereotype zu erkennen. Diese werden diskutiert und auf ihre Entstehungsgeschichte untersucht. Ein Material unterstützt die Auswertung über Impulsfragen und eine Tabelle. Ein antizipierter Erwartungshorizont erleichtert den Diskurs.
Die abschließende Unterrichtsstunde wird eingeleitet durch das assoziieren von kolonialen Spuren im Stadtbild. Gibt es Straßennamen oder Gebäude, die auf koloniale Spuren hinweisen? Ein Textmaterial enthält solche Spuren, falls Sie in der eigenen Gemeinde nicht verfügbar sind.
Der nächste Schritt wird in drei Gruppen ausgeführt. Dabei werden Texte zu drei Politikern und Generälen der deutschen Kolonialpolitik und dem Umgang mit ihrer Geschichte in deutschen Städten untersucht. Sowohl Eduard Lüderitz als auch Gustav Nachtigal und Karl Peters sind umstrittene Figuren der deutschen Kolonialgeschichte, deren Beteiligung an der Ausbeutung und am Mord an Afrikanern historisch belegt ist.
Auch der Umgang mit diesen Personen im Nationalsozialismus ist Teil der Materialien und wird diskutiert. Gerade in dieser Zeit wurden diese Personen als Helden und Sieger über Afrika und dessen Menschen stilisiert. Abschließend wird diskutiert, wie heute Erinnerungskultur bezogen auf diese drei Personen aussehen könnte. Wie sollte mit Straßennamen und Denkmälern verfahren werden? Dazu bietet auch das zweite Video zur Diskussion des Hindenburg Denkmals Beispiele an. Es wäre möglich, dieses erneut anzuschauen. Vom Abriss der Denkmäler bis zu einer Erweiterung um die Perspektive der schwarzen Bevölkerung früherer deutscher Kolonialgebiete ist im Diskurs alles möglich. Dazu wäre auch eine in Gruppen vorbereitete Podiumsdiskussion möglich, wobei eine Person die Renovierung verteidigt. Eine zweite Person könnte einen Umbau und eine Erweiterung vertreten. Eine dritte Person könnte ein neues Denkmal in Erwägung ziehen und eigene Entwürfe vorstellen.
Ein theologischer Bezug ist über das Podcast "Wo die Geister der Ahnen in Kisten lagern" möglich. Dort wird die Geschichte der Christianisierung Afrikas thematisiert. Auch dazu können die unterschiedlichen Perspektiven des Umgangs mit Geschichte analysiert werden.
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