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Fritz Bauer Institut

Fritz Bauer Institut

Fritz Bauer und das Recht auf Widerstand

Veröffentlichung:1.1.1970

Die vom Fritz Bauer Institut herausgegebene Unterrichtssequenz "Fritz Bauer und das Recht auf Widerstand" regt zur Auseinandersetzung mit Gefährdungen für Demokratie und Rechtsstaat durch extreme rechte Einstellungen an. Ausgehend von eigenen Überlegungen der Lernenden zu ihrem Verständnis von „Widerstand“ legt das Unterrichtsmodell den auf dem Schutz von Menschenrechten beruhenden Widerstandsbegriff Fritz Bauers zugrunde und initiiert eine Diskussion zu der Frage nach Recht und Pflicht zu Widerstand. Dabei sollen die Lernenden die Frage nach der eigenen Verantwortung und Handlungsoptionen im Falle der Einschränkung und Bedrohung von Grund- und Menschenrechten reflektieren. Die Thematisierung des Begriffs „Widerstand“ ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass dieser zunehmend von rechten Gruppen gegen die parlamentarische Demokratie instrumentalisiert wird und die Lernenden für diese Umdeutung des Begriffes sensibilisiert werden sollen. Ein tabellarischer Unterrichtsablauf unterstützt bei der Umsetzung.


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Der Einstieg erfolgt über ein Placemat zum Begriff Widerstandsrecht. Darin sammeln die Lernenden in Gruppenarbeit ihre Assoziationen und Vorstellungen zum Thema Widerstandsrecht. Die Ergebnisse können von der Lehrkraft auf Karten notiert und zu einem Cluster angeordnet werden. Beim Anlegen des Clusters kann schon eine erste Unterscheidung von Widerstand gegen staatliche oder private Vorhaben und Widerstand gegen staatliches Handeln, das selbst als demokratiegefährdend oder unvereinbar mit dem Grundgesetz betrachtet werden kann, vorgenommen werden. In einem nächsten Schritt werden fünf kurze Ausschnitte einer Talkrunde mit Fritz Bauer über die politische Situation des Jahres 1964, die als YouTube Video gestreamt werden kann, gemeinsam angesehen und unter fünf unterschiedlichen Beobachtungsaspekten bearbeitet. Themen der Talkshow sind die Gründung der NPD, Nachleben des Antisemitismus, Verfassungsschutz und NPD, die Rolle der Jugend zwischen Individualisierung und gesellschaftlicher Verantwortung sowie der Umgang mit der NS-Vergangenheit. Anschließend werden die Ergebnisse der Talkshow-Sichtung ausgewertet und es kann die Frage diskutiert werden, ob die Lernenden die von Bauer im Jahr 1964 thematisierten Gefahren für die Demokratie auch für die Gegenwart beobachten. Daraus könnte auch die Frage nach Möglichkeiten des Einzelnen, sich diesen Gefahren entgegenzustellen, abgeleitet und diskutiert werden.

Das Unterrichtsmodell enthält einen zweiten Arbeitsvorschlag für eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Aufsatz „Das Widerstandsrecht des kleinen Mannes“ von Fritz Bauer, in dem er die Frage erörtert, ob es neben dem Recht auf Widerstand, auch eine Pflicht zu Widerstand gibt. Dabei bezieht er sich auf die Zeit des Nationalsozialismus, weitet seine Frage aber auch auf die parlamentarische Demokratie aus, wodurch die Frage entsteht, was angemessene Formen des Widerstands sein könnten, sodass für die Lernenden ein Gegenwartsbezug deutlich wird. Es wird vorgeschlagen, die Lernenden den Text arbeitsteilig, das heißt unter Berücksichtigung unterschiedlicher Fragestellungen lesen zu lassen und ihre Ergebnisse anschließend mit der Fishbowl-Methode auszutauschen und zu diskutieren.

Material:

M1 Einstieg „Placemat Activity“ zum Thema Widerstandsrecht

M2 TV-Talksendung Heute Abend Kellerclub. Fritz Bauer

M3 Mögliche Themen zur Beobachtung der TV-Talksendung

M4 Der Eisberg – ein Modell zur Veranschaulichung von demokratiegefährdenden Ideologien

M5 Das Widerstandsrecht des kleinen Mannes“ von Fritz Bauer und „Fishbowl“-Diskussion

M6 Das Widerstandsrecht des kleinen Mannes


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