I. Einführung (15 Min)
Ziel: Emotionaler und gedanklicher Einstieg in die Thematik „finstere Zeiten“
Methode: Impuls + Stillarbeit
Zeige den Auftakt des Videos (bis ca. Min. 3:00 – Zitat von Brecht: „Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten...“).
Schreibe die Frage an die Tafel:
„Was sind finstere Zeiten für dich – persönlich, gesellschaftlich, historisch?“
Lernende schreiben ein stilles Ich-Gedicht:
Ich sehe …
Ich höre …
Ich fürchte …
Ich hoffe …
Ich will …
II. Diskussion (20 Min)
Ziel: Gemeinsames Verstehen der Analyse des Videos + Klärung zentraler Begriffe
Kurze Gruppenarbeit (3–4er-Gruppen):
Jede Gruppe bearbeitet eine Folie mit einem Fokus:
A: Was meint Brecht mit „finsteren Zeiten“ – historisch und heute?
B: Was ist „Denken ohne Geländer“? (Bezug zu Hannah Arendt)
C: Warum genügt „technischer Fortschritt“ nicht? (Stichwort: moralischer Fortschritt)
D: Wer ist „das Wir“, das laut Video profitiert hat – wer nicht?
Plenumsrunde: Jede Gruppe präsentiert 1–2 Minuten, danach kurze Diskussion.
III. Praktische Anwendung (20 Min)
Ziel: Konfrontation mit der eigenen Gegenwart und Verantwortung
„Dunkel und Licht in meiner Welt“ – ein Perspektivwechsel
Die Lernenden erhalten einen Streifen Fotokarton (halb schwarz, halb weiß).
Aufgabe:
Auf die schwarze Seite: Notiere Dinge, die du als „finster“ empfindest – persönlich, gesellschaftlich, global.
Auf die weiße Seite: Notiere, was für dich „Licht“ bedeutet – Hoffnung, Ideen, Handlungen.
Dann: In Gruppen zu viert diskutieren – welche Dunkelheiten wären durch welches Licht zu verändern?
IV. Präsentation der praktischen Anwendung (10 Min)
Ziel: Visualisierung der gemeinsamen Erkenntnisse
Jede Gruppe pinnt ihre Streifen an eine große Tafel mit Überschrift:
„Wo wir Licht hineinbringen können“
Sprecher:in der Gruppe präsentiert einen Gedanken aus dem Gruppengespräch.
V. Reflexion und Zusammenfassung (10 Min)
Ziel: Persönliche und gemeinsame Rückschau auf Erkenntnisse
Kurze stille Schreibphase (5 Min):
„Was nehme ich heute mit – aus Brecht, aus dem Video, aus der Diskussion?“
Lehrer sammelt Schlagworte an der Tafel: Hoffnung – Verantwortung – Geschichte – Handeln – Aufklärung – Mut – …
Fazit: „Was macht hell – trotz finsterer Zeiten?“
VI. Hausaufgabe (2 Min)
„Anfangen – auch wenn’s schwer ist“
Schreibe einen Brief an dein zukünftiges Ich (in 10 Jahren):
Was willst du in einer finsteren Welt nicht akzeptieren?
Was willst du tun, auch wenn’s unbequem ist?
Optional: Beginne mit: „Ich habe gesehen … Ich kann nicht schweigen, weil …“
VII. Abschließende Worte (3 Min)
Lehrer:in zitiert erneut Brecht:
„Die Kräfte waren gering, das Ziel lag in großer Ferne … Und doch: ich würde nicht leben, ohne den Versuch, etwas zu verändern.“
Kurze Erinnerung an Arendts Gedanken: „Durch Handeln neue Anfänge setzen.“
VIII. Zusätzliche kreative Ideen
1. Podcast-Projekt: Schüler:innen erstellen kurze Podcasts zu:
„Lichtblicke in dunklen Zeiten – was mir Hoffnung macht“
Interview mit „einer Person, die handelt“
2. Bild-Installation:
Schüler:innen gestalten in Gruppen ein Kunstwerk mit Schwarz-Weiß-Kontrast, inspiriert von Brecht, Arendt, dem Video.
3. Zeitkapsel: Briefe (Hausaufgabe) werden in einer „Kiste für die Zukunft“ gesammelt und am Ende des Schuljahres (oder Abitur) geöffnet.