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Hubertus Holschbach | ru-digital

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Leben wir in Dunkelheit?

Veröffentlichung:16.6.2025

Die Unterrichtsstunde "Leben wir in Dunkelheit?" thematisiert das Gefühl des Untergangs und der Dystopie, das viele Menschen des 20. und 21. Jahrhunderts ergriffen hat. Dazu werden historische Beispiele von Hannah Arendt und Bertold Brecht herangezogen. Dazu werden persönliche Zukunftsängste reflektiert und durch Satzvervollständigungen notiert. Dan werden die Positionen von Arendt und Brecht aus dem Video ermittelt. In Gruppen werden Ängste und Hoffnungen gesammelt. In zwei Mindmaps können die Ergebnisse an der Tafel gesammelt werden. Abschließend oder als Hausaufgabe kann z.B. ein Brief entstehen mit persönlichen Hoffnungsmomenten.

Die Stunde ist im Feld methodisch-didaktischer Kommentar beschrieben. Dort sind zudem Fragestellungen mit Zeitstempeln und ein multiple-choice Test enthalten.

Products

I. Einführung (15 Min)

Ziel: Emotionaler und gedanklicher Einstieg in die Thematik „finstere Zeiten“

Methode: Impuls + Stillarbeit


Zeige den Auftakt des Videos (bis ca. Min. 3:00 – Zitat von Brecht: „Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten...“).

Schreibe die Frage an die Tafel:

„Was sind finstere Zeiten für dich – persönlich, gesellschaftlich, historisch?“

Lernende schreiben ein stilles Ich-Gedicht:

Ich sehe …

Ich höre …

Ich fürchte …

Ich hoffe …

Ich will …


II. Diskussion (20 Min)

Ziel: Gemeinsames Verstehen der Analyse des Videos + Klärung zentraler Begriffe

Kurze Gruppenarbeit (3–4er-Gruppen):

Jede Gruppe bearbeitet eine Folie mit einem Fokus:

A: Was meint Brecht mit „finsteren Zeiten“ – historisch und heute?

B: Was ist „Denken ohne Geländer“? (Bezug zu Hannah Arendt)

C: Warum genügt „technischer Fortschritt“ nicht? (Stichwort: moralischer Fortschritt)

D: Wer ist „das Wir“, das laut Video profitiert hat – wer nicht?

Plenumsrunde: Jede Gruppe präsentiert 1–2 Minuten, danach kurze Diskussion.


III. Praktische Anwendung (20 Min)

Ziel: Konfrontation mit der eigenen Gegenwart und Verantwortung

„Dunkel und Licht in meiner Welt“ – ein Perspektivwechsel

Die Lernenden erhalten einen Streifen Fotokarton (halb schwarz, halb weiß).

Aufgabe:

Auf die schwarze Seite: Notiere Dinge, die du als „finster“ empfindest – persönlich, gesellschaftlich, global.

Auf die weiße Seite: Notiere, was für dich „Licht“ bedeutet – Hoffnung, Ideen, Handlungen.

Dann: In Gruppen zu viert diskutieren – welche Dunkelheiten wären durch welches Licht zu verändern?


IV. Präsentation der praktischen Anwendung (10 Min)

Ziel: Visualisierung der gemeinsamen Erkenntnisse

Jede Gruppe pinnt ihre Streifen an eine große Tafel mit Überschrift:

„Wo wir Licht hineinbringen können“

Sprecher:in der Gruppe präsentiert einen Gedanken aus dem Gruppengespräch.


V. Reflexion und Zusammenfassung (10 Min)

Ziel: Persönliche und gemeinsame Rückschau auf Erkenntnisse

Kurze stille Schreibphase (5 Min):

„Was nehme ich heute mit – aus Brecht, aus dem Video, aus der Diskussion?“

Lehrer sammelt Schlagworte an der Tafel: Hoffnung – Verantwortung – Geschichte – Handeln – Aufklärung – Mut – …

Fazit: „Was macht hell – trotz finsterer Zeiten?“


VI. Hausaufgabe (2 Min)

„Anfangen – auch wenn’s schwer ist“

Schreibe einen Brief an dein zukünftiges Ich (in 10 Jahren):

Was willst du in einer finsteren Welt nicht akzeptieren?

Was willst du tun, auch wenn’s unbequem ist?

Optional: Beginne mit: „Ich habe gesehen … Ich kann nicht schweigen, weil …“


VII. Abschließende Worte (3 Min)

Lehrer:in zitiert erneut Brecht:

„Die Kräfte waren gering, das Ziel lag in großer Ferne … Und doch: ich würde nicht leben, ohne den Versuch, etwas zu verändern.“

Kurze Erinnerung an Arendts Gedanken: „Durch Handeln neue Anfänge setzen.“


VIII. Zusätzliche kreative Ideen

1. Podcast-Projekt: Schüler:innen erstellen kurze Podcasts zu:

„Lichtblicke in dunklen Zeiten – was mir Hoffnung macht“

Interview mit „einer Person, die handelt“

2. Bild-Installation:

Schüler:innen gestalten in Gruppen ein Kunstwerk mit Schwarz-Weiß-Kontrast, inspiriert von Brecht, Arendt, dem Video.

3. Zeitkapsel: Briefe (Hausaufgabe) werden in einer „Kiste für die Zukunft“ gesammelt und am Ende des Schuljahres (oder Abitur) geöffnet.

Medien, die Teil des aufgelisteten Materials sind und in weiteren Kontexten Verwendung finden können.

3 sat | Scobel

16.6.2025

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe II

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.5 Zukunft der Erde, Zukunft des Menschen und kirchliche Positionen.

Sekundarstufe II | Q4 Kirche – Gemeinde Jesu Christi

Q4.3 Kirche in der Welt von heute.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 5. Hoffnungen, Visionen, Entwürfe, Utopien.

13 / 7. Zukunft der Glaubenden.

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