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Katholische Akademie Bayern

Katholische Akademie Bayern

Einheit die Verschiedenheit liebt

Veröffentlichung:1.3.2023

Die Ausgabe 4/2023 der Zeitschrift zur debatte mit 110 Seiten der Katholischen Akademie in Bayern widmet sich verschiedenen gesellschaftlichen, theologischen und politischen Fragestellungen und bietet dabei reichhaltiges Material für den schulischen Religions- oder Ethikunterricht sowie für interdisziplinäre Zugänge.

Fragestellungen zu den Texten sind im Feld methodisch didaktischer Kommentar enthalten.

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Ein erster Themenblock greift das Verhältnis von Lebensmitteln und Kunst auf. In Gesprächen zwischen Künstler:innen, Theolog:innen und politischen Akteuren wird diskutiert, welche Rolle die Kunst im Alltag der Menschen spielt, insbesondere in Verbindung mit Ernährung. Besonders eindrucksvoll ist die Idee, über Haikus eine poetische Brücke zwischen dem Thema „Lebensmittel“ und der ästhetischen Ausdrucksform zu schlagen. Dieses Thema eignet sich besonders für kreative Unterrichtsformate, etwa in Kooperation mit dem Fach Deutsch oder Kunst, in denen Schülerinnen und Schüler eigene Haikus oder visuelle Reflexionen zum Thema Nahrung und Kultur gestalten können.

Ein zweiter Schwerpunkt widmet sich der globalen Ernährungssicherheit im Spannungsfeld von Wissenschaft und Wirtschaft. Angesichts des Klimawandels wird die Frage aufgeworfen, wie zukünftige Generationen nachhaltig versorgt werden können. In Zusammenarbeit mit der Bayerischen EliteAkademie diskutieren junge Akademiker:innen und Expert:innen die Herausforderungen einer gerechten globalen Landwirtschaft und die Verantwortung Europas. Dieser Teil kann gut in den sozialwissenschaftlichen Unterricht integriert werden, etwa durch Fallstudien, Projektarbeiten oder Debatten zu nachhaltiger Agrarpolitik und globaler Gerechtigkeit.

Historisch besonders relevant ist der dritte Themenblock, der sich mit dem Investiturstreit beschäftigt – der mittelalterlichen Auseinandersetzung zwischen weltlicher und kirchlicher Macht am Beispiel von Papst Gregor VII. und König Heinrich IV. Die Beiträge beleuchten die politischen, theologischen und kirchenrechtlichen Hintergründe dieser Epoche und laden dazu ein, die Frage nach dem Verhältnis von Staat und Kirche auch in der Gegenwart zu diskutieren. Im Unterricht bietet sich hier ein Rollenspiel oder eine Debatte an, bei der die historischen Rollen eingenommen und aktuelle Bezüge hergestellt werden.

Den zentralen und umfangreichsten Teil des Heftes bildet die Verleihung des Ökumenischen Preises 2023 an die Tübinger Theologin Prof. Johanna Rahner. In Beiträgen von Achim Budde, Wolfgang Huber und Kardinal Reinhard Marx werden Leben und Werk der Preisträgerin gewürdigt. Rahner steht für eine pluralitätssensible Theologie, die Gewissensfreiheit, Geschlechtergerechtigkeit und ökumenische Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellt. Ihre Forschung zur Komplementarität als theologischer Denkfigur ermöglicht einen Dialog, der Differenz nicht einebnet, sondern fruchtbar macht. Für den Unterricht eröffnet dies vielfältige Zugänge: Schülerinnen und Schüler können sich mit Fragen von Identität, Dogma, Gewissen und Vielfalt in Kirche und Gesellschaft auseinandersetzen. Die Themen eignen sich besonders für dialogische und philosophische Unterrichtsformate, in denen Schülerinnen und Schüler lernen, Differenz zu reflektieren und argumentativ zu vertreten.

Insgesamt bietet zur debatte 4/2023 einen facettenreichen Einblick in aktuelle Debatten an der Schnittstelle von Theologie, Gesellschaft und Kultur. Lehrkräfte finden hier nicht nur inhaltlich fundierte Texte, sondern auch zahlreiche Anregungen für eine reflektierte, dialogorientierte und interdisziplinäre Unterrichtsgestaltung.


Fragestellungen:

I. Lebensmittel – Kunst

Texte: U. a. über Haikus, Ästhetik des Essens, Kunst im Alltag.

Mögliche Fragestellungen:

Was bedeutet es, Lebensmittel als „Lebensmittel der Kunst“ zu betrachten? Welche gesellschaftskritischen oder spirituellen Aspekte stecken darin?

Welche Verbindung besteht zwischen Alltagsästhetik (z. B. Kochen, Essen) und künstlerischer Ausdrucksform (z. B. Haiku)?

Inwiefern können poetische Formen wie Haikus zur ethischen Reflexion über Konsum, Ernährung und Natur beitragen?

Kann Kunst helfen, eine tiefere Beziehung zur Schöpfung und zum eigenen Körper zu entwickeln?


II. Wissenschaft & Wirtschaft – Globale Ernährungssicherheit

Texte: Beiträge zur Nachhaltigkeit, Agrarwirtschaft, globale Verantwortung.

Mögliche Fragestellungen:

Welche ethischen Herausforderungen entstehen durch den globalen Wettbewerb um Nahrung und Ressourcen?

Welche Verantwortung tragen Industriestaaten wie Deutschland für die Ernährungssicherheit des Globalen Südens?

Inwiefern steht der Begriff „Fortschritt“ im Widerspruch zur ökologischen Realität im Agrarsektor?

Was bedeutet „nachhaltige Landwirtschaft“ aus theologisch-ethischer Perspektive?

Welche Rolle spielen junge Akademiker:innen (z. B. Bayerische EliteAkademie) bei der Zukunftsgestaltung des Ernährungssystems?


III. Investiturstreit – Kirche und weltliche Macht

Texte: Historische Analysen zum Konflikt Heinrich IV. – Papst Gregor VII.

Mögliche Fragestellungen:

Warum war der Investiturstreit ein Wendepunkt in der europäischen Geschichte?

Welche Interessen verfolgten Papst und König jeweils – religiöse, politische, persönliche?

Inwiefern lassen sich heutige Konflikte zwischen Staat und Kirche mit dem Investiturstreit vergleichen?

Welche Rolle spielt das Gewissen in Machtfragen – damals wie heute?

Wie veränderte der Investiturstreit das Selbstverständnis der Kirche und ihrer Autorität?


IV. Ökumene – Einheit in Verschiedenheit (Prof. Johanna Rahner)

Texte: Preisverleihung, Laudatio, theologische Essays zu Ökumene und Identität.

Mögliche Fragestellungen:

Was versteht Johanna Rahner unter „komplementärer Ökumene“ – und wie unterscheidet sie sich von einem rein versöhnlichen Einheitsmodell?

Welche Rolle spielen Dogmen in einem pluralen kirchlichen Selbstverständnis? Müssen sie verändert werden?

Wie geht die Theologie mit der Spannung zwischen Gewissensfreiheit und kirchlicher Lehre um?

Welche Bedeutung hat die Frauenfrage für die ökumenische Bewegung?

Inwiefern lässt sich aus Rahners Position eine Haltung für Schule und Gesellschaft ableiten: Wie leben wir mit Differenz, ohne sie als Spaltung zu empfinden?

Warum ist Pluralität kein Problem, sondern eine Ressource für die Kirche der Zukunft?

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.3 Aspekte christlicher Anthropologie.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 5. Ökumene als Auftrag und Verpflichtung.

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