Inhaltlich wird Kolonialismus nicht nur als historisches Phänomen behandelt, sondern als Struktur, die bis heute in Wirtschaft, Politik, Kultur und Denken fortwirkt. An konkreten Beispielen wie Rohstoffabbau, globalen Lieferketten, Klimapolitik oder Entwicklungszusammenarbeit werden koloniale Logiken sichtbar gemacht. Didaktisch zentral ist die Arbeit an Bildern, Erzählungen und Deutungsmustern: Mit dem TED-Talk „The danger of a single story“ wird die Gefahr einseitiger Geschichten thematisiert, die stereotype Vorstellungen verfestigen. Ergänzend regen Materialien zu Weltkartenprojektionen, zu Werbeplakaten von Hilfsorganisationen und zu künstlerischen Darstellungen dazu an, kritisch zu fragen, wer spricht, wer dargestellt wird und wessen Perspektiven fehlen. Die Schüler*innen werden systematisch zur Reflexion eigener Vorannahmen angeleitet und ermutigt, dominante Narrative zu hinterfragen. Religionspädagogisch eröffnen diese Impulse einen Raum, um Fragen nach Schuld, Verantwortung, Solidarität und globaler Gerechtigkeit zu bearbeiten und mit christlichen Grundoptionen wie der Option für die Armen, der Nächstenliebe und der Bewahrung der Schöpfung zu verbinden. Gleichzeitig wird interreligiöses und weltanschauliches Lernen gefördert, indem unterschiedliche Erfahrungen, Stimmen und Wissensformen als gleichwertig anerkannt und dialogisch eingebunden werden.