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Westdeutscher Rundfunk (WDR)

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Religion Talks: Bräute

Veröffentlichung:26.3.2026

In diesem WDR-Kurzformat sprechen eine junge jüdische und eine junge muslimische Frau über die Rituale und den tieferen Sinn ihrer jeweiligen Hochzeitstraditionen. Zentrales Gesprächselement ist der Moment des Schlüpfens unter den Schleier: Im Judentum erklärt die jüdische Braut das Badeken – der Bräutigam prüft vor der Trauung unter der Chuppa, ob es wirklich seine Auserwählte ist, zurückgehend auf die biblische Geschichte von Jakob, Lea und Rahel. Im Islam beschreibt die Muslimin den Hochzeitsschleier als Zeichen von Schutz und Exklusivität. Beide Frauen betonen zudem die rechtlich-spirituelle Dimension ihrer Hochzeit: Ketubba und Nikah sichern die Braut ab und widersprechen dem Klischee bloßer Unterordnung. Das Video zeigt Hochzeit als Gemeinschaftsereignis, das Glauben, Familie und Identität verbindet – und für junge Frauen in Deutschland ein Stück gelebter Heimat bedeutet.

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Das Video eignet sich für Einheiten zu Judentum und Islam, zu religiösen Festen und Lebensübergängen sowie zum interreligiösen Dialog. Es thematisiert Ehe als religiös-rechtlichen Akt und lässt sich mit der katholischen Ehelehre (Ehe als Sakrament, Ehevertrag) vergleichen. Der biblische Hintergrund des Badeken (Gen 29 – Jakob, Lea und Rahel) bietet zudem einen direkten Anknüpfungspunkt an die Bibelkunde. Unter dem Aspekt Identität und Religion in der pluralen Gesellschaft zeigt das Video, wie junge Frauen in Deutschland traditionelle religiöse Bräuche bewusst und selbstbestimmt leben.Stärken des Mediums:

Das Video ist ungewöhnlich dicht für seine kurze Länge: In gut zwei Minuten werden konkrete Rituale erklärt, theologische Bedeutungen erschlossen und Klischees korrigiert – und das mit Witz und Leichtigkeit (das Zitat über den Schleier-Check ist einprägsam und gesprächsanregend). Die Kombination Jüdin / Muslimin ist im deutschen RU-Kontext selten und didaktisch wertvoll. Das Format ermöglicht echten interreligiösen Dialog auf Augenhöhe ohne Belehrung.Grenzen des Mediums:

Die sehr kurze Länge erlaubt nur Schlaglichter; die katholische Perspektive auf Ehe fehlt vollständig und muss durch die Lehrkraft eingebracht werden. Theologische Tiefe (z. B. Bedeutung der Chuppa, Inhalte der Ketubba) ist nicht vorhanden und bedarf der Ergänzung. Das Video ist journalistisch, nicht didaktisch aufbereitet.Einsatzszenarien und methodische Vorschläge:Einstieg / Zitat als Impuls:

Das Zitat „Dann muss der Bräutigam checken, ob das die richtige Frau ist. Damit man nicht die Falsche heiratet" kann als Einstieg dienen, bevor das Video gezeigt wird. SuS äußern spontan: Was steckt dahinter? Woher kommt diese Tradition? Das Video liefert dann die Auflösung.Biblischer Hintergrund – Jakob, Lea und Rahel:

Die Erklärung des Badeken verweist direkt auf Gen 29. SuS lesen die Erzählung und erschließen: Wie hat eine Geschichte aus der Urzeit eine bis heute lebendige Hochzeitstradition geprägt? Dies veranschaulicht eindrücklich, wie die Bibel als lebendiger Text wirkt – und verbindet Bibelkunde mit Religionsvergleich.Ehevertrag im Religionsvergleich:

SuS erarbeiten in Dreiergruppen: Was regelt die Ketubba (Judentum)? Was regelt der Nikah (Islam)? Was regelt das kirchliche Eheversprechen / der Trauungsritus (Katholizismus)? Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden in einer Tabelle festgehalten. Leitfrage: Warum ist Ehe in allen drei Religionen mehr als ein privates Gefühl?Klischee-Korrektiv:

Das Video räumt mit dem Vorurteil auf, religiöse Hochzeitstraditionen seien rein unterdrückend. SuS diskutieren: Welche Klischees über jüdische oder muslimische Hochzeiten kennt ihr? Was zeigt das Video stattdessen? Dies fördert Medienkompetenz und differenzierte Wahrnehmung.Identität und Heimat:

Der Hashtag #heimatland verweist auf die Frage religiöser Identität in Deutschland. SuS reflektieren: Welche Traditionen geben euch ein Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit? Gibt es religiöse Bräuche in eurer Familie, die ihr bewusst weiterführt – oder nicht? Dieser biografische Zugang schafft Empathie und Selbstreflexion.Kombination mit anderen Katalogmedien:

Das Video ergänzt den Beitrag „Religion Talks: Geschiedene" (Ehe als religiöses Ideal und seine Grenzen) sowie „Religion Talks: Nonne und Muslima" zu einem thematischen Cluster innerhalb der WDR-Reihe. Gemeinsam bilden die drei Folgen einen Parcours durch das Thema Ehe, Beziehung und Religionszugehörigkeit.Technische Hinweise:

Das Video ist in der WDR-Mediathek frei abrufbar und bis 2099 verfügbar. Die kurze Länge ermöglicht einen zweifachen Einsatz mit unterschiedlichen Beobachtungsaufgaben. Es kann problemlos mit dem Smartphone im Klassenraum gezeigt werden.

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