In einem Interview der Sendereihe „Gesichter der Weltkirche“ berichtet Rafael D’Aqui, ein Brasilianer und Gruppenleiter bei der Päpstlichen Stiftung Kirche in Not für Lateinamerika, von seinem persönlichen Glaubensweg und seiner missionarischen Arbeit.
Er schildert seinen Werdegang: Aufgewachsen in einer katholischen Familie in Rio de Janeiro, wurde sein Glaube zunächst eher kulturell geprägt. Eine tiefere Bekehrung erlebte er über eine katholische Jugendbewegung sowie durch den Besuch des Weltjugendtags 2002 in Toronto. Ursprünglich Jurist, entschied er sich später für einen missionarischen Weg innerhalb der katholischen Gemeinschaft Shalom, die soziale und evangelisierende Arbeit unter Jugendlichen leistet.
Durch ein Studium des Kirchenrechts in Rom kam er mit Kirche in Not in Kontakt, wo er heute als Projektleiter tätig ist. Er reist regelmäßig in Länder Lateinamerikas, prüft Projektanträge und pflegt Kontakte zur Ortskirche. Eine prägende Erfahrung war etwa ein Treffen mit einer konvertierten Frau in Afrika oder die Begegnung mit Papst Franziskus, dem er symbolisch einen Missionshut aus Kuba überreichte.
D’Aqui betont, dass Kirche in Not keine reine Hilfsorganisation, sondern eine betende Glaubensgemeinschaft ist. Projekte werden nicht nur finanziert, sondern geistlich begleitet. Die Entscheidungen über Förderungen sind oft herausfordernd, werden aber im Geist des Gebets und mit Rücksicht auf die Spender getroffen.
Für Lateinamerika sieht er fünf geistliche Prioritäten:
Pastoral in den Städten (wegen Urbanisierung),
Förderung geistlicher Berufungen,
Unterstützung diskriminierter Kirchen,
Stärkung der katholischen Soziallehre,
Neue Evangelisierung, um Getaufte neu für den Glauben zu begeistern.
D’Aquis Arbeit verbindet persönliche Glaubenszeugnisse, internationale Solidarität und kirchliche Aufbauarbeit. Seine Biografie zeigt, wie Glaube, Bildung und Mission ineinandergreifen können – ein Beispiel gelebter Weltkirche.