Im Blogcast wird die Schöpfungserzählung aus 1. Mose 1 durch die Brille der antiken Kosmologie betrachtet. Die Begriffe „Himmel“ und „Erde“ werden nicht im modernen, wissenschaftlichen Sinn verstanden, sondern gemäß dem Weltbild der biblischen Autoren:
Der Himmel (hebräisch shamayim) ist der Bereich über dem Land – also die Lüfte, in denen Vögel fliegen, Regen fällt und Sterne erscheinen.
Die Erde (eretz) meint das bewohnbare Land, nicht den Planeten als Ganzes.
Das Meer steht symbolisch für Chaos und Unordnung, ein Bereich, der für Menschen unzugänglich und gefährlich ist.
Die Erde wird als Scheibe dargestellt, die auf den Säulen der Erde ruht – ein antikes Bild für Ordnung inmitten des Chaos.
Gott trennt in der Schöpfung diese drei Bereiche – Himmel, Land und Meer – und schafft dadurch eine geordnete Welt. Der Himmel steht dabei symbolisch für Gottes Transzendenz und Herrschaft.
Ziel der biblischen Schöpfung ist eine Einheit von Himmel und Erde: Gott wohnt unter den Menschen, wie es im Garten Eden dargestellt wird. Doch durch den Sündenfall (Mose 3) wird diese Einheit zerstört.
Die Bibel erzählt dann von der Wiederherstellung dieser Einheit – Jesus ist der Mensch, der Gottes Ebenbild vollkommen lebt, in den Himmel auffährt und dort herrscht. Am Ende der Bibel (Offb 21) wird gezeigt, wie Himmel und Erde neu geschaffen und vereint werden. Das Meer – das Chaos – existiert dann nicht mehr.
Der Blogcast möchte helfen, die Bibel als eine durchgehende Geschichte zu verstehen, die zu Jesus führt und Gottes Vision einer versöhnten Schöpfung offenbart.