Für den Unterricht bietet das Medium eine wertvolle Möglichkeit, die Reformationszeit nicht nur in ihrer bekannten Hauptlinie, sondern auch in ihrer Breite zu erschließen. Methodisch lässt es sich einsetzen, um das Spektrum religiöser Antworten auf die Krisen und Umbrüche des 16. Jahrhunderts zu zeigen. Besonders geeignet ist es für eine differenzierende Auseinandersetzung mit religiösem Pluralismus, mit der Frage nach Wahrheit und Irrtum sowie mit dem Verhältnis von persönlicher Frömmigkeit und kirchlicher Ordnung. Denkbar ist ein arbeitsteiliger Zugang: Lernende erarbeiten in Kleingruppen einzelne Strömungen, die anschließend in einer Podiumsdiskussion oder in einer Gallery-Walk-Präsentation vorgestellt werden. Ebenso kann eine kritische Reflexion zur Aktualität apokalyptischer Deutungen oder zum Wert persönlicher Glaubenserfahrung im Vergleich zu kirchlicher Lehre angeregt werden. Durch den Perspektivwechsel wird Geschichte lebendig und zugleich ein Bezug zur Gegenwart hergestellt.