Demgegenüber steht in der christlichen Theologie das „Volk Gottes“ als inklusiver Begriff, der nicht auf Ethnie, Nationalität oder kulturelle Einheit beschränkt ist. Es geht um eine Gemeinschaft, die sich durch Glauben, Hoffnung und Solidarität definiert, nicht durch Abgrenzung. Die Frage, ob und wie man in Zeiten politisch instrumentalisierter Volksbegriffe weiterhin vom „Volk Gottes“ reden kann, führt so zur Auseinandersetzung mit Identität, Gerechtigkeit und universaler Offenheit des Glaubens.
Für den Religionsunterricht oder die Gemeindearbeit bietet das Thema die Möglichkeit, sowohl biblische Grundlagen – etwa die alttestamentliche Erwählung Israels oder das neutestamentliche Verständnis der Kirche als Volk Gottes – als auch aktuelle politische Diskurse zu reflektieren. Es schärft den Blick für die Gefahren populistischer Engführungen und ermutigt, die befreiende und inklusive Dimension des Begriffs neu zu entdecken.