Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für die Behandlung von Orden, kirchlicher Geschichte, katholischer Spiritualität, Gewissensbildung, Berufung, Kirche in der Welt sowie christlicher Verantwortung in gesellschaftlichen Konflikten. Didaktisch wertvoll ist vor allem die Verbindung von historischen Informationen, biografischen Zugängen und aktuellen Beispielen aus dem Leben der Jesuiten. Dadurch können Lernende sowohl an einer historischen Figur wie Ignatius von Loyola als auch an gegenwärtigen Fragen nach Lebensentscheidung, Freiheit, Gehorsam, Verantwortung und Glaubenspraxis anknüpfen. Methodisch bietet sich zunächst eine gelenkte Sichtung einzelner Sequenzen an, etwa zu Ignatius und seiner Bekehrung, zu den Exerzitien, zum Verständnis von Gehorsam oder zum sozialen Einsatz im Abschiebegewahrsam. Im Anschluss können Lernende zentrale Leitbegriffe herausarbeiten und in Beziehung zu ihrem eigenen Leben setzen, zum Beispiel Freiheit, Entscheidung, Dienst, Gewissen oder Nachfolge. Ebenso sinnvoll ist eine arbeitsteilige Gruppenarbeit, in der verschiedene Themenbereiche des Mediums untersucht und anschließend im Plenum zusammengeführt werden, etwa Geschichte des Ordens, Bildungsarbeit, Gehorsam, interreligiöser Dialog, soziale Verantwortung und Verhältnis zum Papst. Für eine vertiefende Auseinandersetzung kann mit Impulsfragen gearbeitet werden, zum Beispiel: Was bedeutet Gehorsam in christlicher Perspektive, worin unterscheidet sich jesuitischer Gehorsam von blindem Gehorsam, wie wird Glaube im Alltag praktisch, oder wie kann Kirche an gesellschaftlichen Brennpunkten präsent sein. Auch ein Vergleich mit anderen Orden oder mit evangelischen Formen von Frömmigkeit ist gut möglich. Das Medium verlangt allerdings eine sorgfältige didaktische Reduktion, da es inhaltlich sehr dicht ist und historisches Vorwissen nicht vorausgesetzt werden kann. Deshalb ist es ratsam, gezielt kürzere Ausschnitte auszuwählen, wichtige Begriffe vorzuentlasten und Beobachtungsaufträge zu geben. Für ältere Lernende in der Sekundarstufe eignet sich das Medium besonders gut, weil es anspruchsvolle Fragen nach Kirche, Macht, Bildung, Spiritualität und gesellschaftlicher Verantwortung eröffnet und zugleich Anlass zur kritischen Reflexion über Vorurteile gegenüber Orden und kirchlichen Institutionen gibt.