Das Material ist modular aufgebaut und bietet Bausteine wie Impulsfragen, Fallbeispiele, biblische Bezüge sowie methodische Vorschläge (z. B. Gruppenarbeit, Diskussion, Rollenspiele). Zudem werden theologische Reflexionen angeboten, die helfen sollen, den Begriff des „Guten“ und „Bösen“ theologisch zu fundieren — etwa im Kontext der Schöpfung, Sünde und Erlösung. Ein Schwerpunkt liegt darauf, wie Menschen in Alltagssituationen Entscheidungen treffen und welche Faktoren (z. B. Umfeld, Werte, Konsequenzen) dabei wirken.
„Staunenswert und wunderbar“ (Einführung)
Die Lernenden erhalten einen Stein verdeckt in die Hand, beschreiben ihn, vergleichen Erfahrungen und reflektieren ihn im Blick auf Psalm 139,14 („wunderbar gemacht“). Sie sollen erkennen, dass sie als Menschen wertvoll sind und gefragt sind, sich selbst und andere zu schätzen.
„Verpatzt?“
Mit der Erzählung „Verpatzt“ von Gudrun Pausewang wird ein Junge dargestellt, der mit einer Behinderung zu kämpfen hat und in Glaubenszweifel gerät. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit Selbstzweifeln auseinandersetzen, Fragen entwickeln, wie sie mit dem Gefühl des „Nicht-Gut-Seins“ umgehen, und theologische Deutungen finden.
Jesus heilt die verkrümmte Frau
Die Bibelstelle (Lk 13,10-17) thematisiert Jesu Heilung einer Frau, die 18 Jahre gebeugt war. Jesus setzt sich gegen sabbatbezogene Regeln hinweg, um Leben und Würde zu ermöglichen. Die Stunde enthält eine Tandemübung („verkrümmt – aufrecht“) und eine „Zuwendungsdusche“, bei der der inszenierte Mensch Mitteilungen erhält, die ihn „aufrichten“.
Dekalog und Freiheit
Die Zehn Gebote werden im Kontext der Befreiung Israels betrachtet. Sie werden im Blick auf Freiheit und Gemeinschaft gedeutet – Regeln schützen Freiheit, sie sind nicht bloße Zwänge. Das Sabbatgebot wird besonders diskutiert.
Goldene Regel
Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der Goldenen Regel („Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun …“) und prüfen, ob und wie sie mehr ist als ein Verbot. Perspektivwechselübungen und praktische Fälle gehören dazu.
Kain und Abel
Die biblische Urgeschichte (Gen 4,1-16) dient zur Reflexion über Eifersucht, Zorn, Verantwortung und Schuld. Methoden: Bibliolog, Rollenaustausch, Visualisierungen, Bildinterpretation.
„Schwarm“ – Gruppenzwang
Der Kurzfilm Schwarm (2017) wird als Medienimpuls eingesetzt: Leon steht unter Gruppendruck, beteiligt sich an Gewalttat gegen einen Vogel. Die Schülerinnen und Schüler analysieren Rollen, Dynamiken und Entscheidungen. Anschließend wird der Gewissensprozess (z. B. Leon kehrt zum Vogel zurück) reflektiert.
Das Gewissen
Das Gewissen wird als „unsichtbarer Freund“, als Stimme, Kompass oder Antenne beschrieben. Im Zusammenspiel mit dem Film „Na, schlechtes Gewissen?“ und eingängigen Aufgaben wird thematisiert, wie das Gewissen sich entwickelt, wie man es „trainieren“ kann und wie es mit religiösem Bezug (Gott) verbunden ist.
Versöhnung und Vergebung
Schülerinnen und Schüler erarbeiten Rollenspiele, Schrittfolgen (z. B. Entschuldigen, Wiedergutmachung, Verzeihen) und erproben Versöhnungsprozesse. Der Übergang zur Vergebung durch Gott wird mit dem Gleichnis vom barmherzigen Vater verknüpft.
Gott vergibt bedingungslos & Versöhnung feiern
Mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) wird gezeigt, dass Gottes Liebe und Vergebung nicht an Bedingungen geknüpft sind, sondern ein Angebot bleibt. Der ältere Bruder im Gleichnis eröffnet Raum, über Widerstände gegenüber dieser bedingungslosen Zuwendung zu sprechen. Schließlich wird in einer Stunde die Versöhnung (Vergebungsbitte, Bußsakrament) gefeiert.