Buddha sieht das Leiden ebenfalls als zentrales Problem, erklärt es jedoch mit den „Vier edlen Wahrheiten“. Danach entsteht Leiden aus selbstsüchtiger Begierde, die aus Unwissenheit über das wahre Wesen des Menschen hervorgeht. Menschen halten sich fälschlicherweise für getrennte, eigenständige Individuen, obwohl alles Leben in einem gegenseitig abhängigen Geflecht existiert. Erst durch die Einsicht in diese Verbundenheit könne der Mensch wirklich leben.
Das beigefügte Gleichnis vom reichen Kornbauern aus dem Lukasevangelium illustriert Jesu Kritik an egoistischem Lebensstreben: Der reiche Mann häuft Besitz an, ohne über den Sinn seines Lebens oder seine Beziehung zu Gott nachzudenken. Gott nennt ihn einen Narren, weil er sich selbst und anderen nichts wirklich Wertvolles hinterlässt.
Die Aufgaben zu diesem Text fordern dazu auf, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Lehren von Jesus und Buddha herauszuarbeiten, die buddhistische Sicht auf Selbstsuche und Selbstsucht zu reflektieren, persönliche Wege einer selbstlosen Selbstsuche zu formulieren und schließlich einen buddhistischen Kommentar zum Gleichnis vom reichen Kornbauern zu verfassen. Das Material lädt so zu einer vergleichenden und reflexiven Auseinandersetzung mit zentralen Fragen menschlicher Existenz, Ethik und Spiritualität ein.