Advent wird als Zeit des Wartens gedeutet, die mit der Gestalt Johannes des Täufers verbunden ist. Acht aufeinander aufbauende Unterrichtsstunden erzählen seine Geschichte von der Verheißung seiner Geburt bis zu seiner Erkenntnis im Gefängnis, dass Jesus der wahre Messias ist. Diese Erzählfolge verbindet Bibeltexte mit lebensnahen Impulsen: Kinder lernen, dass Warten, Vertrauen und Vorbereitung Ausdruck des Glaubens sind. So wird Weihnachten als Geschichte der göttlichen Zuwendung zu den Menschen begreifbar und zum Anlass, eigene Erfahrungen von Hoffnung und Erfüllung zu reflektieren.
M 1 – Erzählung: Zacharias und Elisabeth – ein Kinderwunsch soll erfüllt werden. Die Erzählung schildert die Situation des kinderlosen Ehepaars Zacharias und Elisabeth. Zacharias begegnet im Tempel dem Engel Gabriel, der ihm die Geburt eines Sohnes ankündigt. Weil er zweifelt, wird er stumm. Das Material thematisiert Hoffnung, Glauben und die Erfahrung, dass Gott Gebete erhört.
M 2 – Landkarte von Palästina. Eine einfache Karte mit topografischen Bezügen (Judäa, Jerusalem, Nazareth, Jordan). Sie dient der geografischen Orientierung und hilft, die Orte der biblischen Geschichten zu verorten.
M 3 – Tafelbild: Zacharias auf dem Weg nach Jerusalem zum Tempeldienst. Ein visuelles Arbeitsmittel zur Erschließung der Gedanken des Zacharias auf seinem Weg in den Tempel. Die Schülerinnen und Schüler füllen Gedankenblasen und reflektieren über Wünsche, Hoffnungen und Zweifel.
M 4 – Prozessionstanz „Hevenu schalom alejchem“. Ein Bewegungseinstieg in die Geschichte von Maria und Elisabeth. Der Tanz symbolisiert Freude, Gemeinschaft und Lebenslust – zentrale Elemente des Advents und des Glaubens.
M 5 – Bild: Maria und Elisabeth (Julius Schnorr von Carolsfeld). Ein Kunstwerk, das die Begegnung der beiden Frauen zeigt. Das Bild unterstützt die Interpretation der Szene „Mariä Heimsuchung“ und verweist auf Freude und gegenseitige Bestärkung im Glauben.
M 6 – Erzählung: Maria und Elisabeth. Erzählt wird die Verkündigung an Maria und ihre Begegnung mit Elisabeth. Das ungeborene Kind Johannes hüpft im Bauch vor Freude – ein Sinnbild adventlicher Erwartung. Themen sind Glaube, Vertrauen und göttliche Zusage.
M 7 – Arbeitsblatt: Was hat diese Geschichte mit Advent zu tun? Schülerinnen und Schüler übertragen die biblische Erzählung auf die Adventszeit. Sie erkennen Parallelen zwischen der Vorfreude Marias und der adventlichen Hoffnung auf die Ankunft Jesu.
M 8 – Erzählung: Beschneidung von Johannes. Diese Geschichte spielt im Haus von Zacharias und Elisabeth. Freunde und Nachbarn sprechen über die Not Israels und ihre Hoffnung auf den Messias. Bei der Namensgebung erhält das Kind den von Gott bestimmten Namen Johannes, und Zacharias kann wieder sprechen.
M 9 – Rollenkarten für das Spiel „Ganz Israel wartet“. Jede Karte enthält eine typische Stimme aus dem damaligen Israel (Händler, Bauer, Priester, Zelot, Nachbarin, Zöllner). Die Rollen zeigen verschiedene Messiaserwartungen – von nationalistischen bis zu religiösen Hoffnungen.
M 10a/b – Arbeitsblatt und Lösungsblatt: So stellten sich die Menschen in Palästina den Messias vor. Das Material sichert die Ergebnisse des Rollenspiels. Es zeigt, dass viele Menschen einen machtvollen, politischen Messias erwarteten, während Jesus anders kam – friedlich, arm und einfach.
M 11a–f – Masken zu den Rollen. Maskenvorlagen für das Rollenspiel mit den Figuren aus M 9. Sie ermöglichen Identifikation mit den biblischen Charakteren und machen die Diskussion lebendig und theatralisch.
M 12 – Erzählung: Johnny, der Wartehasser – Vorbereiten statt bloß rumsitzen und warten. Ein moderner Erzähltext, der die biblische Geschichte in die Gegenwart überträgt: Der Junge Johnny kann das Warten im Advent nicht ertragen. Durch die Geschichte von Johannes dem Täufer lernt er, dass Warten auch aktive Vorbereitung bedeuten kann – durch gute Taten und Mitgefühl.
M 13 – Arbeitsblatt: Vorbereiten statt bloß rumsitzen und warten. Die Schülerinnen und Schüler gestalten und ergänzen das Arbeitsblatt mit Bildern und Gedanken. Es stellt die Taufe durch Johannes und das adventliche Warten nebeneinander und betont das aktive Tun im Glauben.
M 14 – Erzählung: Der Messias bekommt ein Gesicht. Johannes tauft Jesus und erkennt ihn als den von Gott gesandten Messias. Der Text thematisiert die Erwartungen an den Messias und deren Erfüllung in einem anderen, friedvollen Sinn. Die Schüler reflektieren das Bild eines „Helden“ und entdecken Jesu Bescheidenheit.
M 15 – Bild: Jesus nach der Taufe – in der Wüste. Das Bild zeigt Jesus nach der Taufe auf dem Weg in die Wüste. Es regt dazu an, über die Enttäuschung der Jünger und über Jesu stille, dienende Rolle nachzudenken.
M 16 – Erzählung: Weihnachten – die fast vergessene Geschichte. Aus Sicht eines alten Hirten wird die Weihnachtsgeschichte neu erzählt. Er erinnert Johannes daran, dass Jesus schon bei seiner Geburt in Armut kam – und dass wahre Größe in Einfachheit liegt.
M 17 – Arbeitsblatt und Lösungsblatt: Der alte Hirte erinnert sich. Das Arbeitsblatt enthält eine Lückengeschichte, die korrigiert und ergänzt werden muss. Es festigt das Verständnis der Weihnachtsgeschichte als Erzählung von Bescheidenheit und göttlicher Nähe zu den Menschen.
M 18 – Bild: Verzweiflung (Impulsbild). Das Bild zeigt einen Menschen in einer Haltung der Niedergeschlagenheit. Es dient als Einstieg für die Szene, in der Johannes im Gefängnis sitzt, zweifelt und verzweifelt.
M 19a/b – Erzählungen: Johannes erinnert sich / Johannes versteht. Zwei abschließende Texte: Johannes erinnert sich (M 19a) zeigt, wie Johannes im Gefängnis die vergangenen Ereignisse aufschreibt, um seinen Glauben nicht zu verlieren. Johannes versteht (M 19b) bringt die Erkenntnis: Gott erhebt die Niedrigen – das ist das Muster der ganzen Heilsgeschichte. Johannes erkennt darin den Sinn seines Lebens und die wahre Bedeutung von Weihnachten und Messianität.