Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige Anknüpfungspunkte, da es Fragen nach Menschenwürde, Gerechtigkeit, Kinderrechten, Verantwortung und Solidarität in konkreten Lebensgeschichten erschließt. Der Film eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu den Themen „Kinder dieser Welt“, „Menschenrechte“, „Eine Welt“, „Gerechtigkeit“, „Armut und Reichtum“ oder „Christliches Handeln in der Welt“. Methodisch empfiehlt es sich, das Video nicht nur in Gänze zu zeigen, sondern in ausgewählten Sequenzen zu erschließen, damit einzelne Aspekte vertieft bearbeitet werden können, etwa die Begegnung mit Neetu als Beispiel für ausbeuterische Kinderarbeit, das Gespräch mit Dilip als Zugang zu Kinderrechten und sozialem Engagement oder die Szene mit Salma als Beispiel für Hoffnung, Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe. Im Unterricht kann zunächst an die Lebenswelt der Lernenden angeknüpft werden, etwa durch Fragen nach dem eigenen Alltag, nach Freizeit, Schule und Pflichten, um im Vergleich dazu die Lebenssituation der Kinder in Indien bewusst zu machen. Darauf aufbauend können Lernende in Partner- oder Gruppenarbeit Ursachen und Folgen von Kinderarbeit erarbeiten, Kinderrechte zuordnen oder Standbilder und Rollenbiografien zu einzelnen Kindern entwickeln. Perspektivwechsel bieten sich besonders an, etwa durch Tagebucheinträge aus der Sicht von Neetu, Briefe an Salma oder das Verfassen eines inneren Monologs zu den Sorgen von Papu. Auch eine ethische und religiöse Vertiefung ist gut möglich: Was bedeutet es, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist? Was folgt daraus für den Umgang mit Kindern? Wie zeigt sich Nächstenliebe in konkretem Handeln? Hier kann das Engagement der Sternsinger als Beispiel gelebter Solidarität herausgearbeitet werden. Ebenso bietet sich eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten an, etwa mit Blick auf fairen Handel, Siegel und die Verantwortung beim Kauf von Produkten. Wichtig ist eine sensible Begleitung des Unterrichts, weil die geschilderten Lebensumstände emotional belasten können. Deshalb sollten immer auch hoffnungsvolle Perspektiven, Handlungsmöglichkeiten und positive Beispiele von Veränderung aufgezeigt werden, damit Betroffenheit nicht in Ohnmacht mündet, sondern in reflektierte Empathie und verantwortliches Handeln.