Im Mai 1948 rief David Ben Gurion die Unabhängigkeit Israels aus – ein kleines Wunder war geschehen. Nach fast 2000 Jahren in der Diaspora hatte das jüdische Volk wieder einen Staat. Allerdings bis heute ohne Verfassung – auch deshalb, weil Israel sich mit der Definition als jüdischer, demokratischer Staat schwertut.
Zum einen betrifft die Frage Juden selbst: Säkulare Juden oder jene aus den Reformgemeinden beklagen, Israel sei das einzige westliche Land, in dem Juden nicht so leben dürften, wie sie wollen: Die Orthodoxen bestimmen wichtige Bereiche des Lebens. Staatliche Eheschließungen gibt es nicht. Die Strengreligiösen haben in Israel großen politischen Einfluss in der Knesset durch eigene Parteien. So gilt am Schabbat weiterhin: keine öffentlichen Verkehrsmittel und die Läden bleiben weitestgehend geschlossen.